ESA-Sonde Rosetta: Immer mehr Staubfontänen im Schatten des Kometen

Die Instrumente an Bord der Kometensonde Rosetta beobachten seit Wochen immer mehr Aktivität auch im schattigen Teil von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Staubfontänen überstehen nun auch den Sonnenuntergang, zeigt ein neues Bild.

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ESA-Sonde Rosetta: Immer mehr Staubfontänen im Schatten des Kometen

Die Staubfontänen aus dem Schatten

(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

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Die ESA-Sonde Rosetta beobachtet auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko nun auch immer mehr Staubfontänen, die nach Sonnenuntergang bestehen bleiben. Das unterstreicht die zunehmende Aktivität des Kometen, der sich immer noch der Sonne nähert, erklären die Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in einem Blogeintrag. Bis vor kurzem habe es solche Staubfontänen nur in den Gebieten gegeben, die von der Sonne direkt angestrahlt wurden. Sobald die Sonne weg war, verschwanden auch die Fontänen.

Aufnahmen von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (38 Bilder)

67P/Tschurjumow-Gerassimenko aus 12 Kilometern Entfernung, aufgenommen am 19. März 2016
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO)
ESA-Mission Rosetta
ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Dann wurde am 12. März die Entstehung einer Staubfontäne im Schatten abgelichtet, seitdem werde das Phänomen immer häufiger. Am 25. April etwa gelang eine Aufnahme, die gleich mehrere solche Staubfontänen in einem schattigen Bereich zeigt. Die Forscher gehen demnach davon aus, dass der Komet die Hitze der Sonne zu einem gewissen Teil unter seiner Oberfläche speichern kann und deswegen an diesen Stellen auch nach dem Sonnenuntergang aktiv bleibt. Mit den hochauflösenden Instrumenten von OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System) soll das weiter untersucht werden.

Rosetta ist seit August 2014 in einem Orbit um ihren Kometen unterwegs. Im November setzte sie den Lander Philae ab, der tagelang Daten und Bilder von der Oberfläche lieferte. Auch wenn der sich noch nicht zurückgemeldet hat, geht die Erforschung des Kometen auf seinem Weg zur Sonne weiter. Während aber Fotos der Navigationskameras relativ schnell veröffentlicht werden, stehen die Daten der wissenschaftlichen Instrumente wie OSIRIS zuerst exklusiv den Forschern zur Verfügung, die sie entwickelt haben. Das nun veröffentlichte Foto von OSIRIS wurde aufgenommen, als der Komet rund 270 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt war. Im August wird er sich ihr bis auf 186 Millionen Kilometer genähert haben und sicher noch deutlich mehr Aktivität zeigen.

Impressionen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (29 Bilder)

Eine fremde Welt (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO)

(mho)