Ciscos Intercloud Fabric kann man jetzt bestellen
Nach siebenjähriger Ankündigungsphase hat Cisco anlässlich seiner Hausmesse die Fertigstellung seiner "Cloud of Clouds" bekannt gegeben.
(Bild: dpa, Tobias Hase)
- Udo Steinegger
Während der hauseigenen Messe Cisco Live hat der Netzwerkspezialist diese Woche seinen Service "Intercloud Fabric" als bestellbar angekündigt. Dieser soll all die global verteilten public, private und hybride Clouds zu einem Netzwerk von Clouds, der Cloud of Clouds, zusammenfassen.
Es geht laut Cisco dabei um mehr als nur die reine Vernetzung von Rechenzentren verschiedener Anbieter. Denn geboten wird eine Integration der Dienste von regionalen und lokalen Cloud-Service-Anbietern zusammen mit einem App-Shop fĂĽr Cloud-App-Entwickler und einer Reseller Plattform unter dem Namen Intercloud.
Cloud-Provider aus 50 Ländern
Der Endanwender soll via Intercloud Zugriff auf verschiedene Cloud-Anbieter in über 50 Ländern haben. Mittels der Cloud Apps soll er über Cloud-Grenzen hinweg Applikationen und VMs je nach Bedarf verschieben können, unabhängig von der Lokalität der physischen Ressourcen. Diese Vereinheitlichungs soll auch Management und Audit der Cloud-Anwendungen deutlich vereinfachen.
(Bild:Â Cisco)
Zielgruppe von Intercloud Fabric sind beispielsweise multinationale Unternehmen, die aus regulatorischen GrĂĽnden ihre Daten im jeweiligen Land, in dem die Daten entstanden sind, speichern mĂĽssen. FĂĽr Cloud-Anbieter sieht Cisco durch Intercloud attraktive Synergie-Effekte durch Partnerschaften.
Der scheidende Cisco-Chef John Chambers hatte schon in seiner Keynote darauf hingewiesen, dass die globale Verbindung der Data Center nur der notwendige Anfang sei. Die Entwicklung neuer IT-Services müsse man auf Basis globaler Entwicklerressourcen mit der lokalen Nachfrage nach Spezialisten dadurch in Einklang bringen, dass man diese über eine Entwicklungsplattform, nämlich Cisco DevNet und den Intercloud Marketplace, zusammenbringt. Entwickler können mit Werkzeugen, die ihnen in Ciscos Developer-Programm DevNet zur Verfügung gestellt werden, Apps für die Intercloud entwickeln und, ähnlich wie bei Apple oder Google, diese Apps im Cisco Intercloud Marketplace anbieten.
Allianzen mit 35 Softwarehäusern
Cisco setzt dabei auf Allianzen an allen Fronten. Momentan gibt es schon Partnerschaften mit 35 unabhängigen Softwareherstellern. Zunächst sollen diese vor allem Dienste für das Internet of Everything (IoE) entwickeln, um dessen Adaption voranzutreiben und die damit verbundenen Möglichkeiten neuer Märkte und Technologien zu erschließen. Die ersten Firmen haben während der Cisco Live schon neue Hybrid Cloud Services angekündigt, die auf der Intercloud-Plattform laufen werden. Entwickler werden über das DevNet-Programm mit APIs unterstützt, damit diese containerbasierte Microservices entwickeln können. Auch hier gibt es schon Partnerschaften, unter anderem mit Docker. Im Bereich Data Analytics existieren Kooperationen unter anderem mit MapR, Cloudera und vor allem mit der Apache Hadoop Community.
Intercloud Fabric unterstützt neben VMware vSphere nun auch OpenStack KVM sowie Microsoft Hyper-V und wurde um Microsofts Azure erweitert, das den hauseigenen zonenbasierten Firewall-Service ergänzt. So soll Inter-VM-Kommunikation gesichert werden, ohne den Verkehr erst zu einer Edge Firewall für Zonen-Lookups und Abarbeiten der Firewall-Regeln schicken zu müssen. Der integrierte Firewall-Dienst in Intercloud Fabric soll auf diese Weise ein konsistentes Regelwerk ermöglichen, das sich über die gesamte hybride Infrastruktur erstreckt.
(js)