Antiviren-Software auf älteren Systemen

Gründliches Scannen nach Viren kostet Zeit und damit Performance. Trotzdem sollte das System keine regelmäßigen Gedenkpausen beim Öffnen eines Verzeichnisses einlegen oder unerwartet einfrieren, wenn wichtige Arbeit ansteht.

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Viele Antiviren-Lösungen kommen mittlerweile mit mehreren Scan-Engines und Voreinstellungen, die auf maximale Sicherheit optimiert sind. Insbesondere auf älteren Systemen bremst das den Rechner gewaltig und führt dazu, dass er richtiggehend einfriert. Oft schalten Anwender dann den Virenschutz "mal eben" ab, weil man Arbeit zu erledigen hat, die nicht warten kann, bis es dem Virenwächter genehm ist. Dann ein kurzer in Blick in die E-Mail, "Was ist denn das?" und schon ist das Unheil passiert.

Besser ist es, den Kompromiss zwischen konsequentem Schutz und maximaler Effizienz der Situation anzupassen und die Sicherheitsanforderungen zu reduzieren. Denn auch wenn Experten das oft aus dem Blick verlieren: Oberste Priorität hat nicht die Sicherheit sondern die Funktion, die ein System zu erfüllen hat. Da muss die richtige Einstellung eben auch mal der pragmatischen Option weichen, die für den konkreten Fall "gut genug" ist.

Wer weiß, dass er nicht ganz taufrische Hardware einsetzt, sollte aus dem Testfeld eine der schnelleren Antivirenlösungen wählen. Die Wächter von F-Secure, Gdata und Bitdefender fangen nicht nur viele Schädlinge, sie lassen sich bei der Begutachtung von Dateien auch reichlich Zeit: Bestimmte Dateioperationen dauern damit nicht selten zwei- bis viermal so lange wie mit einem der flotteren Konkurrenten. Im letzten Test in c't 1/08 erwiesen sich insbesondere die Produkte Antivir, OneCare, NOD32 und Trend Micro Antivirus als recht flott.

Darüber hinaus vollbringt eine gute Anpassung der verwendeten Schutzsoftware an das konkrete System manchmal wahre Wunder, ohne die Sicherheit dramatisch zu reduzieren. Erste Anlaufstelle ist der regelmäßige Komplettscan. Viele Antiviren-Programme führen den in der Standardinstallation wöchentlich durch. Und wenn er auf einem älteren System unvermittelt losläuft, steht erstmal alles; der Anwender darf eine ungeplante Kaffeepause einlegen, die sich durchaus über Stunden hinziehen kann.

Statt den Komplettscan direkt loslaufen zu lassen, genügt vielleicht auch eine regelmäßige Erinnerung kurz vor Feierabend.

Dabei ist der Sicherheitsgewinn nicht sonderlich hoch, denn eigentlich sollte der Wächter ankommende Gefahren bereits abwehren. Gelingt ihm das nicht und ein Schädling kann sich im System breit machen, ist das Kind ohnehin in den Brunnen gefallen, und ob ein Komplettscan diesen Befall dann aufdecken kann, steht auf einem anderen Blatt.

Das heißt nicht, dass man darauf komplett verzichten sollte. Aber auf älteren Systemen sollte man alles tun, ihn auf einen Zeitpunkt zu legen, zu dem der Rechner ohnehin nicht benötigt wird. Also kann man beispielsweise statt des vollautomatischen Scans die Erinnerungsfunktion nutzen, die manche Produkte anbieten. Oder man richtet sich selbst in den „Geplanten Tasks“ beziehungsweise in Vistas Aufgabenplanung eine solche ein. Und wenn dann doch mal ein Scan-Termin ausfällt, ist das sicher kein Weltuntergang.