Klein, schwarz, sicher
Von billigen USB-Krypto-Festplatten konnten wir bislang nur wenig Gutes berichten. Lenovo macht es besser, aber nicht ganz so billig.
- Christiane RĂĽtten
Das formschöne Gerät mit dem unhandlichen Namen "ThinkPad USB Portable Secure Hard Drive" ist mit 160 oder 320 GByte erhältlich. Im Lieferumfang befinden sich neben der Krypto-Platte eine Neoprentasche, eine USB-Verlängerung, ein USB-Stromkabel sowie eine Kurzanleitung. Bei den USB-Übertragungsraten gibt es keine Überraschungen: 33 MByte/s lesen und 30 MByte/s schreiben sind gewissermaßen Stand der Technik. Die Straßenpreise liegen zwischen rund 110 € für die Version mit 160 GByte und 180 € für die mit dem doppelten Speicherplatz.
Nach dem Anschließen an den PC passiert – von der aufleuchtenden Status-LED einmal abgesehen – erst einmal gar nichts. Erst nach dem Anmelden mit einer sechs- bis sechzehnstelligen PIN über die eingebauten Zifferntasten gibt der Controller die Daten USB-Massenspeicher-kompatibel an den PC frei. Treiber braucht man dazu nicht. Das Lenovo-Drive hat auch einen Admin-Modus, in dem man die Zugangscodes von bis zu zehn Usern verwalten kann.
KryptotĂĽcken
Selbst wenn man die Festplatte ausbaut, was recht einfach möglich ist, kommt man anders als bei den Billiglösungen [1] nicht an die Daten. Die Kryptoschlüssel landen nicht auf der Platte, sondern bleiben im Controller. Dieser verschlüsselt nach unseren Erkenntnissen die komplette Platte mit dem Algorithmus AES-128, der bislang allen kryptologischen Angriffen standgehalten hat.
Allerdings tut er dies im denkbar schlechtesten Blockmodus ECB. Dies bedeutet, dass es für jeden 16-Byte-Block Klartext genau einen 16-Byte-Block Chiffrat gibt, sodass trotz der Verschlüsselung gewisse Strukturen wie Blockwiederholungen in den Daten erkennbar bleiben. Außerdem ist es mit einer sogenannten Codebook-Attacke möglich, einen in der Regel unbedeutend geringen Teil der insgesamt 2128 möglichen 16-Byte-Blöcke auch ohne Schlüssel zu rekonstruieren.
Wieso die Entwickler ausgerechnet am Blockmodus gespart haben, ist unverständlich, denn ansonsten wirkt das Produkt durchweg hochwertig und durchdacht. Der ECB-Modus tut der Datensicherheit jedoch nur einen unerheblichen Abbruch. Lenovos USB-Safe ist eine grundsolide Verschlüsselungslösung.
Literatur
[1] Christiane RĂĽtten, BilligverschlĂĽsselung, Angriff auf ein schwaches Kryptosystem (cr)