Telekom will mehr Geld für Vermietung der Ortsnetzanschlüsse
Die Telekom will ab April 2001 von der Konkurrenz mehr Geld für die Vermietung der Teilnehmeranschlussleitungen, der so genannten letzten Meile.
Die Telekom will ab April 2001 von der Konkurrenz mehr Geld für die Vermietung der Teilnehmeranschlussleitungen, der so genannten letzten Meile von den Vermittlungsstellen bis zum Endkunden. Bislang hat die Deutsche Telekom mit 94 Telefon-Gesellschaften Verträge über die Teilnehmeranschlussleitung geschlossen. Die Kosten liegen momentan bei monatlich 12,99 Euro (25,40 Mark) ohne Mehrwertsteuer für einen Anschluss des Endkunden mit einer Kupferdoppelader-Leitung.
Diese Tariffestlegung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) läuft zum 31. März 2001 aus. Die Telekom beantragte am gestrigen Mittwoch bei der RegTP daher eine neue Tariffestsetzung: Künftig will der rosa Riese für die Vermietung der Teilnehmeranschlussleitung 17,40 Euro (34,03 Mark) monatlich ohne Mehrwertsteuer haben: "Mit diesem Preis trägt die Deutsche Telekom den bereits im vorangegangen Genehmigungsverfahren nachgewiesenen langfristigen Kosten, sowie den im Vergleich zu alternativen Realisierungsmöglichkeiten des Teilnehmerzugangs im nationalen Markt als auch im internationalen Vergleich entstehenden Kosten Rechnung", hieß es von dem Konzern.
Die Telekom hat auf Grund der auslaufenden Entgeltregelung die entsprechenden Verträge mit allen Firmen gekündigt, erklärte aber, die weitere Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitung sei davon nicht betroffen. Dass die Konkurrenten des Ex-Monopolisten, der die letzte Meile in Deutschland noch weitgehend beherrscht, anstandslos einen höheren Preis als bisher akzeptieren, ist wohl kaum wahrscheinlich; sie werden wohl in den nächsten Tagen mit eigenen Vorstellungen über die Kosten aufwarten, die auf eine Senkung der Gebühren für die Teilnehmeranschlussleitung hinauslaufen dürften. Dabei könnten sie sich sogar auf die EU berufen, die mehr Konkurrenz und sinkende Preise im Ortsnetz als unabdingbar für die Förderung des Internet in Europa ansieht. Das letzte Wort hat dann allerdings wieder die Regulierungsbehörde – und wie deren Entscheidung ausfällt, ist offen. (jk)