FDP fordert Laptop für jeden Schüler
Die rheinland-pfälzische FDP-Landtagsfraktion will, dass jeder Schüler einen Laptop bekommt. Außerdem sollen alle Schulen einen Internet-Zugang erhalten und die neuen Medien im Lehrplan berücksichtigt werden.
Auf ein Konzept für den Einsatz der neuen Medien im Schulunterricht drängt die rheinland-pfälzische FDP-Landtagsfraktion. Ein Ziel dabei müsse sein, dass jeder Schüler seinen eigenen Laptop erhalte, erklärte FDP-Fraktionschef Werner Kuhn am Montag in Mainz und schloss sich damit einer Forderung von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) an. Kuhn erinnerte daran, dass Rheinland-Pfalz beim Anschluss seiner Schulen an das weltweite Netz weiter sei als die meisten der anderen Bundesländer. In Rheinland-Pfalz würden bis Ende diesen Jahres nahezu alle Schulen über einen Internet-Anschluss verfügen.
Es komme jetzt darauf an, die gesammelten Erfahrungen beim Einsatz der neuen Medien im Unterricht möglichst rasch in die Lehrpläne einfließen zu lassen. Die Weichen für neue fachdidaktische Konzepte sollten nach Auffassung der FDP-Fraktion schon zum kommenden Schuljahr 2001/2002 gestellt sein. Ein multimediagerechter Unterricht müsse künftig Bestandteil der Lehrerausbildung sein. Kuhn: "Der Umgang mit den neuen Medien wird neben Lesen, Schreiben und Rechnen zur vierten Kulturtechnik. Wir brauchen kein eigenes Fach Multimedia, sondern der Computer muss in den Schulen so selbstverständlich werden wie Kreide, Tafel und Bücher."
Eine wichtige Rolle komme nach Ansicht der FDP-Fraktion dem Landesmedienzentrum und dem Kreisbildstellen zu, die zu kompetenten Beratungsstellen im Bereich Multimedia ausgebaut werden sollten. Die Finanzierung des Multimediaeinsatzes im Unterricht vor allem auch der Berufsschulen soll nach den Worten Kuhns aus dem von der FDP geforderten Bildungsfonds erfolgen, der mit Einnahmen aus Landesliegenschaften gespeist werde. Bei der Anschaffung von Laptops für alle Schüler komme auch eine finanzielle Beteiligung der Eltern in Frage.
Die Landtagsopposition der Grünen wies darauf hin, dass sie die Ausstattung aller Schüler in Rheinland-Pfalz mit Laptops und einer eigenen E-Mail-Adresse bereits Anfang März dieses Jahres in einem Parlamentsantrag gefordert habe. Dieser Antrag sei von SPD, FDP und CDU abgelehnt worden, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ise Thomas. Wem vier Monate vor einer Landtagswahl das Fehlen von Laptops für Schüler auffalle, dem fehle die Glaubwürdigkeit. Die FDP versuche dem Computerzeitalter in der Schule hinterher zu hecheln, nachdem sie die Integration von Computern und neuen Medien in den Unterricht in 13 Jahren Regierungsverantwortung verschlafen habe. (dpa) / (ad)