Duden für Szene-Sprachen geht online

Der Duden für Szenesprachen, der bereits seit dem Frühjahr im Handel ist, wird nun online fortgeschrieben.

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Der Duden für Szenesprachen, der bereits seit dem Frühjahr im Handel ist, wird nun online fortgeschrieben. In Anbetracht der Tatsache, dass kein Duden so schnell veraltet wie ein Szenesprachen-Duden, will die Redaktion jetzt mit Hilfe von "Wordscouts" die Aktualität steigern. Unter www.szenesprachen.de kann jeder Interessierte neue Szene-Begriffe eingeben und beschreiben. Die Redaktion wertet die Einsendungen aus und veröffentlicht die Besten online.

Vom Erfolg ihres Aufrufes zeigen sich die Initiatoren selbst überrascht. "Ich bekomme pro Tag 30 bis 40 neue Vorschläge", sagt Bianca Geist vom Trendbüro. "Allerdings ist auch viel Ausschuss dabei." Dazu zählt sie etwa alle Übungen im neuen deutschen Volkssport, Synonyme für den Spottnamen "Warmduscher" zu finden. Nach redaktioneller Prüfung aller Eingänge bleibt laut Geist pro Woche rund ein Dutzend Wörter übrig, die die Aufnahme in die offizielle Liste verdienen.

Wer vom Online-Auftritt des Szenesprachen-Dudens viel erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein: Die Anzahl der abrufbaren Begriffe aus Bereichen wie "Computerslang", "Kicks und Funsport" oder auch "Ausgehen, abgehen, abfeiern" ist sehr überschaubar: So sind gerade einmal zwölf Computerslang-Begriffe abrufbar – und mancher Netizen, laut Szene-Duden allerdings eher "Nettie" genannt, dürfte sich über die Definition der einzelnen Begriffe manches Mal amüsieren. Wer sich einen Überblick über den Szenesprachen-Duden in Buchform verschaffen will, kann einen Index mit allem im Buch enthaltenen Begriffen abrufen. Dieser Duden kann man auch online für 24,90 Mark kaufen.

Ob die im Internet gesammelten Ausdrücke auch als Ergänzungslieferung für den gedruckten Duden erscheinen oder einfach in eine kommende Auflage eingearbeitet werden, ist laut Bianca Geist noch nicht entschieden. (axv)