Künstliche Intelligenz lernt Spiel-Design mit Gameplay-Videos

Durch die Beobachtung anderer Spieler soll eine künstliche Intelligenz neue Welten erschaffen, die dem Anspruch der Vorlage entsprechen.

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Super Mario Spiel

(Bild: Georgia tech)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Denise Bergert

Forscher des Georgia Institute of Technology haben ein Computer-System entwickelt, das sich Gameplay-Videos "anschaut" und die gezeigten Spielszenen analysiert. Daraus soll die künstliche Intelligenz (KI) Erkenntnisse ziehen, mit der sie eigene Spielabschnitte erstellen kann.

Als Grundlage für ihre Tests dient den Forschern der Jump&Run-Klassiker Super Mario Brothers aus dem Jahr 1985. Anhand des Videospiel-Klassikers loten die Wissenschaftler Möglichkeiten der automatischen Level-Erstellung durch eine KI aus. Die so gewonnene Erkenntnisse könnten dann später auf ähnliche Spiele übertragen werden.

Die künstliche Intelligenz analysiert in den Gameplay-Mitschnitten primär die Spielumgebungen und die Platzierung der einzelnen Elemente. Die Positionierung der Blöcke, Münzen oder Gegner lässt nach Angaben der Universität Rückschlüsse auf die Grundregeln zu, die in automatisch erstellten Abschnitten beachtet werden müssten.

Die Rohre in den Mario-Spielen beispielsweise ragen immer aus dem Boden heraus, entsprechend platziert auch die KI solche Elemente. Zudem soll die KI beim Level-Design Sprungszenarien vermeiden, die Mario nicht schaffen kann. In ersten Testläufen hat die KI den Forschern zufolge gezeigt, dass sie Spielabschnitte erstellen kann, die sich am Original orientieren und ohne weitere Eingriffe spielbar waren.

Maßgeblich für den Erfolg der Software soll die Beobachtung der Spieler sein. Die Stellen, an denen diese mit dem Einsammeln schwer erreichbarer Münzen die meiste Zeit verbringen, seien für die KI besonders interessant, da auch die neu erstellten Spielabschnitte eine Herausforderung bieten sollten.

Die so erstellten Levels könnten problemlos in das Original-Spiel integriert werden. Die Technik soll zudem langfristig die prozedurale Erstellung von Spielwelten verbessern – nicht nur in 2D-Plattformern. Titel wie Minecraft oder Terraria setzen bereits auf riesige Welten, die bei jedem Spieler anders aussehen. (axk)