NASA-Sonde New Horizons: Noch zwei Wochen bis zum Pluto
Der historische Vorbeiflug am ehemals neunten Planten Pluto ist nur noch zwei Wochen entfernt. Ein letztes Manöver hat die NASA-Sonde New Horizons nun endgültig auf Kurs gebracht und die Experimente werden vorbereitet.
(Bild:Â NASA/Johns Hopkins Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
Mit einer letzten Zündung der Steuerdüsen hat die NASA-Sonde New Horizons endgültig Pluto ins Visier genommen. Am 14. Juli soll sie den Zwergplaneten passieren, als erste Sonde überhaupt. Damit der Vorbeiflug nach Plan läuft, gaben die Düsen am 29. Juni für insgesamt 23 Sekunden Schub und beschleunigten die Sonde um rund einen Kilometer pro Stunde. Auch wenn das bei einer Eigengeschwindigkeit von mehr als 52.000 Kilometer pro Stunde nicht viel erscheint, wäre die Sonde ohne das Manöver 20 Sekunden zu spät und fast 200 Kilometer zu weit an dem Zwergplaneten vorbei geflogen, erklärt die NASA.
Einzelheiten zu den Experimenten
Rund 18 Millionen Kilometer ist die New Horizons derzeit noch vom Pluto entfernt und hat aus dieser Entfernung nun Methan nachgewiesen. Man habe bereits gewusst, dass es auf dem Zwergplaneten Methan gibt, aber nun wurde es erstmals von der NASA-Sonde gemessen. Bald werde sie herausfinden, ob es Unterschiede zwischen dem Methaneis auf den verschiedenen Teilen des Pluto gebe, erklärte Will Grundy vom Lowell Observatory in Arizona. Das Methan auf dem Pluto stammt den Wissenschaftlern zufolge wahrscheinlich aus solarem Nebel, der sich vor 4,5 Milliarden Jahren gebildet hat.
Pluto-Sonde New Horizons (67 Bilder)

(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
In zwei Wochen, am 14. Juli wird New Horizons als erste Sonde überhaupt am Pluto vorbei fliegen. Sobald sie den Zwergplaneten passiert hat, soll sie sich herumdrehen, um unter anderem Sonnenlicht einzufangen, das die Atmosphäre des Pluto passiert hat. So soll die Zusammensetzung der Atmosphäre erforscht werden: "Es ist, als würde Pluto von hinten von einer Billionen-Watt-Leuchte angestrahlt", erklärt Randy Gladstone vom Southwest Research Institute in San Antonio. Als Grundlage für den Vergleich dient eine Messung des Sonnenlichts, die erst vor wenigen Tagen durchgeführt wurde.
Krönung des ersten Weltraumzeitalters
Die NASA bezeichnet den Vorbeiflug am Pluto als Krönung einer seit fünf Jahrzehnten andauernden Geschichte von Aufklärungsflügen zu den Planeten unseres Sonnensystems. Die Wissenschaftler erhoffen sich jede Menge neue Erkenntnisse über den Himmelskörper. Die Internationale Astronomische Union hatte 2006 Pluto den Status als Planet aberkannt. Neben Charon, der nicht Pluto direkt, sondern mit ihm das Baryzentrum außerhalb von Pluto umkreist, gibt es in dem System mit Styx, Nix, Kerberos und Hydra noch mindestens vier weitere Monde. Die sollen ebenfalls erkundet werden.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
(mho)