Aufgelaufen

Die Übernahme der PC-Sparte von IBM brachte dem chinesischen Hersteller Lenovo nicht nur jede Menge PC- und Notebook-Know-how, sondern auch einen gehörigen Image-Bonus. In der letzten Zeit häufen sich allerdings peinliche Service-Pannen.

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Lesezeit: 11 Min.
Von
  • Georg Schnurer
Inhaltsverzeichnis

Dieter H. aus Eisenach hat in seiner langen Karriere als PC-Nutzer vor allem eines gelernt: Qualität ist durch nichts zu ersetzen. Als im Juni der Kauf eines neuen Notebooks anstand, ging er deshalb nicht auf die Schnäppchenpirsch, sondern hielt gezielt Ausschau nach einem soliden Gerät aus der Business-Linie eines renommierten Herstellers. Ein Angebot vom Versender Mindfactory weckte sein Interesse: Für gut 1400 Euro gab es dort das IBM/Lenovo-Notebook ThinkPad Z61m. Mit hochauflösendem 15,4-Zoll-Display und Core-2-Duo-Prozessor erfüllte das Gerät genau seine Wünsche. Dieter H. orderte das ThinkPad Z61m am 8. Juni. Bereits am 12. konnte er sein neues Notebook in Empfang nehmen. Ein paar Tage später stürzte Windows ab, und das Gerät lieferte die Fehlermeldung: "Hardware Malfunction, Call your hardware vendor for support, NMI: Parity Check/Memory Parity Error, The system has halted".

Beim ersten Mal glaubte Dieter H. noch an einen Zufall, doch der Fehler trat nun immer wieder auf. Also bat er Lenovo am 14. Juni um Hilfe. Doch alles, was er als Antwort bekam, war eine wenig hilfreiche E-Mail mit zwei nicht funktionierenden Links. So entschloss sich Dieter H. am 7. Oktober, den telefonischen Support von Lenovo zu kontaktieren. Dort nahm man die Reklamation des Kunden unter der Ticket-Nummer 01FRN9M entgegen und verwies auf ein Testprogramm, das aber keinen Fehler fand. Frustriert versuchte der ThinkPad-Besitzer, selbst fĂĽr Besserung zu sorgen. Ein Austausch des Speichermoduls, so hoffte er, werde den Fehler beseitigen. Doch auch mit einem neuen RAM-Riegel stĂĽrzte das Notebook sporadisch ab.

Ein erneuter Hilferuf an Lenovo – dieses Mal unter der Ticket-Nummer 016DZPW aufgenommen – brachte ihn zurück in das vorige Stadium. Wieder sollte er mit dem Testprogramm "PC-Doctor" auf Fehlersuche gehen. Die Dame an der Hotline riet ihm noch, das neue Speichermodul und das alte abwechselnd in die SO-DIMM-Sockel zu stecken, um so den Fehler einzugrenzen. Doch selbst nach stundenlangen Testläufen mit den verschiedenen Bestückungsvarianten war er keinen Deut klüger. Als er ohne konkreten Befund wieder anrief, kommentierte Lenovo-Techniker Herr E. das Ergebnis so: "Bei einem sporadisch auftretenden Fehler ist die Fehlersuche schwierig. Wenn dann bei uns auch kein Fehler auftreten sollte, wird das Gerät womöglich gar nicht repariert."