Kolumne: Warum IT-Händler am heutigen Weltspartag investieren sollten
Heute ist Weltspartag. Der IT-Händler hat ihn zwar nicht erfunden, gibt aber trotzdem sehr ungern Geld aus. Dabei ist jetzt der optimale Zeitpunkt, zu investieren. Denn ob Autos oder Firmen - Vieles ist so günstig wie schon lange nicht mehr.
Liebe IT-Händler,
was in der Bevölkerung gar nicht so bekannt ist, ist, dass der IT-Händler von Natur aus zu den eher sparsamen Mensch gehört. Zumindest diejenigen Exemplare, die heute noch unter uns weilen. Alle anderen, denen das Portemonnaie locker in der Tasche sitzt, sind längst bankrottgegangen. Der IT-Händler an sich gibt einfach nicht gern Geld aus (was man an mancher Geschäftsausstattung deutlich erkennen kann). Wenn er dann doch mal etwas kaufen muss, dann telefoniert oder surft er erst einmal stundenlang in der Gegend und im Internet herum, um ja das günstigste Angebot zu erwischen. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich schwören, dass der Urheber des Spruchs "Reich wird man nicht durch mehr verdienen, sondern durch weniger ausgeben" ein IT-Händler war, vermutlich ein schwäbischer. Dass mehr verdienen deutlich mehr Spaß macht als weniger ausgeben, ist ein Gedanke, der dem normalen IT-Händler völlig fremd ist.
Heute ist Weltspartag. Der gewöhnliche IT-Händler nimmt diese Information ohne erkennbare Gemütsregung zur Kenntnis, denn für ihn ist ohnehin jeder Tag Weltspartag. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Wenn es heute noch Menschen gibt, die ihrer Familie mit dem Spruch "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" auf die Nerven gehen, dann sind das IT-Händler. Manche meinen ja, der Spruch sei total antiquiert, aber das ist ein Irrtum, was sofort deutlich wird, wenn man das Wort "Not" durch "Krise" ersetzt. Augenblicklich ist der Satz von höchster Aktualität. Denn wer in guten Zeiten etwas auf die hohe Kante gelegt hat, der hat jetzt einen schönen Batzen Geld zum Ausgeben. Und ich sag Ihnen was: Tun Sie´s! Bringen Sie Ihr Geld unter die Leute! Jetzt, gerade jetzt ist die richtige Zeit dafür. Vielleicht nicht alles, aber einen Teil. Ich rede nicht davon, dass Sie Ihr Geld mit beiden Händen für irgendeinen Tand aus dem Fenster werfen sollen, das können Sie ja gar nicht, dazu fehlt Ihnen völlig die genetische Veranlagung. Nein, ich meine natürlich, dass Sie Ihr Geld geschickt und gewinnbringend investieren. Säen Sie, um später reich zu ernten. Das nennt man Geldanlage und ist ja eigentlich nichts anderes als die professionelle Form des Sparens.
Warum ist jetzt der beste Zeitpunkt? Ganz klar: Viele Dinge bekommt man heute besonders günstig. Autos zum Beispiel oder Firmen. Die Aktienkurse sind niedrig. Bechtle-Scheine sind schon für um die zehn Euro zu haben (52-Wochen-Hoch: 35,65 Euro), Cancom für rund 1,50 Euro (4,77 Euro), Synaxon für 3,80 Euro (6,64 Euro). PC-Ware ist ein Sonderfall und eine Ausnahme, denn der Kurs des Systemhauses aus Leipzig ist in den vergangenen Monaten fast kontinuierlich gestiegen und bewegt sich mit aktuell rund 16 Euro auf einem 52-Wochen-Hoch. Oder einfach mal eine Firma kaufen. ADA zum Beispiel ist zu haben, nachdem das Systemhaus die Erwartungen der Eigentümerin GFKL nicht befriedigen konnte, und ganz sicher muss man dafür nicht viel Geld überweisen (wenn nur die Folgekosten nicht wären!). In der Unternehmenspräsentation (PDF) der GFKL vom 9. Oktober taucht ADA schon gar nicht mehr auf. Aber auch die Blue Chips sind vergleichweise günstig zu kriegen. Siemens zum Beispiel für 43 Euro (52-Wochen-Hoch: 110 Euro), Adidas für 27 Euro (51,61 Euro) oder MAN für 34 Euro und ein paar Zerquetschte.
Die Devise lautet "antizyklisch investieren". Sparen war gestern, investieren ist heute. Also, lieber Händler: Hauen Sie das Geld raus, bis die Brieftasche quietscht! Und in ein, zwei Jahren den fetten Reibach machen!
Beste GrĂĽĂźe
Weitere Beiträge von Damian Sicking finden Sie im Speakers Corner auf heise resale. ()