Kolumne: Applaus für HPs Vorzeigepartner

In der vergangenen Woche zeichnete HP seine Vertriebspartner des Jahres 2008 aus. Einer der Gewinner ist das Systemhaus Concat aus Bensheim. Eine Belohnung für die konsequente Qualifizierungsorientierung von Firmenchef Dexter McGinnis.

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Von
  • Damian Sicking

Lieber Concat-Chef Dexter McGinnis,

Die HP-Vorzeigepartner des Jahres 2008 und das HP-Management (ganz rechts: Concat-Chef Dexter McGinnis)

(Bild: HP)

in der vergangenen Woche trafen wir uns bei der Verleihung der HP-Partner-Awards in München. HP war mit einer hochkarätigen Delegation angereist: Neben Channel-Chefin Dorit Bode ließen es sich auch der neue Deutschland-Chef von HP, Volker Smid, sein Geschäftsführerkollege Martin Kinne sowie die Direktorin Bärbel Meiborg nicht nehmen, sich bei ihren Vorzeigenunternehmen aus dem Channel zu bedanken und ihnen auf die Schulter zu klopfen. Neben Ihrem Unternehmen, der Concat AG aus Bensheim, erhielten die Auszeichnung – und jeweils 2.500 Euro für eine Party mit den Mitarbeitern – die Unternehmen Bechtle, iits, Netzwerk, Cyberport, Cancom und Saxocom.

Derartige Partnerauszeichnungen sind gut. Sie sind die Anerkennung für gute Leistung. Sie motivieren diejenigen, die sie erhalten, aber auch diejenigen, die sie erhalten möchten. Wichtig ist natürlich, dass die Vergabe transparent und nach nachvollziehbaren Kriterien erfolgt. Sonst kann der Schuss leicht nach hinten losgehen und die Beziehung zwischen Hersteller und Partnern, die sich ungerecht behandelt fühlen, empfindlich und nachhaltig stören.

Lieber Herr McGinnis, ich muss gestehen, dass ich die Concat AG seit der Trennung vom Schweizer Distributor COS im Jahr 2006 nicht mehr auf meinem Radarschirm hatte. Umso mehr hat mich beeindruckt, was ich in der vergangenen Woche erfuhr. Vor allem die Tatsache, dass Concat bei nur 108 Mitarbeitern (inklusive der Mitarbeiter in der Administration) sage und schreibe 201 HP-Zertifizierungen hat, nötigt Respekt ab. Solche geballten Know-how-Silos findet man nicht oft. Logisch daher, dass Concat die HP-Auszeichnung in der Kategorie "Certification" erhalten hat. Dieser starke Fokus auf Kompetenz und Qualität ist zweifellos ein wichtiges Erfolgskriterium für das Unternehmen Concat. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Systemhausgeschäftsführer ziemlich neidisch auf Sie sind, denn sie wollen genau da hin, wo Sie bereits sind: mehr "Value" statt "Volume".

Der andere Punkt, der mich beeindruckt hat, hängt mit dem ersten zusammen. Denn von nichts kommt nichts. Will sagen: Sie können Ihren Value-Ansatz nur dann erfolgreich umsetzen und Ihren Kunden nur dann die erwartete hohe Kompetenz bieten, wenn Sie permanent in Ihre Mitarbeiter investieren. In Ihrer kurzen Dankesrede sagten Sie am vergangenen Donnerstag, dass Concat aufgrund der relativ geringen Unternehmensgröße und der flachen Hierarchien neuen und auch bestehenden Mitarbeitern eigentlich keine Karriere bieten könne, zumindest kein Karriere im klassischen Sinne. Aber dafür erhielten ihre Mitarbeiter etwas Anderes. Sie hätten bei Concat nämlich die Möglichkeit, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln und ihre Potenziale auszuschöpfen.

Das hat mir gut gefallen. Dieser Aspekt der beruflichen Entwicklung fällt nämlich viel zu oft unter den Tisch. Dass viele junge Menschen Karriere machen möchten, ist gut und verständlich. Aber viel zu oft bedeutet "Karriere machen" nur, auf der gleichnahmigen Leiter hoch zu steigen, Leitungsfunktionen und (Personal-)Führungsaufgaben zu übernehmen. Das ist zu eng gedacht. Mit diesem Karrierebegriff sind zwei handfeste Nachteile verbunden: Zum einen ist die Anzahl der Mitarbeiter, die auf diese Weise Karriere machen können, aufgrund der begrenzten Zahl von Chefposten limitiert. Zum anderen scheitern zahlreiche fachlich hochtalentierte und erfolgsorientierte Menschen, weil sich (später) herausstellt, dass sie für diese Form der Karriere "in der Linie" nicht geeignet sind.

Der herkömmliche Karrierebegriff ist meines Erachtens zwar nicht überholt, aber zu eindimensional. Modern und zeitgemäß kann "Karriere machen" auch bedeuten, sich selbst zu entwickeln, seine persönlichen und fachlichen Potenziale zur Entfaltung zu bringen und seine Stärken zu perfektionieren. Wenn dies gelingt, ist das Ergebnis oft sowohl für den einzelnen Mitarbeiter um Längen befriedigender als die klassische linienorientierte Karriere als auch gleichzeitig für das Unternehmen wertvoller.

Man kann Ihnen nur dazu gratulieren, lieber Herr McGinnis, dass dieser moderne Karrierebegriff bei Concat offenbar erfolgreich umgesetzt wird.

Beste Grüße

Damian Sicking

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