Systemhausgruppe TDMi, Axel Feldhoff und der "Tag des Kusses"

Heute ist der "Tag des Kusses". Was das mit Axel Feldhoff zu tun hat, der nach nur einem Monat als COO der Systemhausgruppe TDMi wieder von Bord ging? Lesen Sie selbst.

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Von
  • Damian Sicking

Ex-TDMi-Vorstandsmitglied Axel Feldhoff

(Bild: TDMi)

Lieber Axel Feldhoff,

das war ja ein sehr kurzes Gastspiel bei der TDMi AG. Erst am 15. Mai dieses Jahres hatten Sie Ihren Job als Chief Operating Officer bei der Systemhausgruppe mit Hauptsitz in Köln angetreten, in der vergangenen Woche war schon wieder Schluss. Wegen "unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Firmengruppe", wie es in der offiziellen Mitteilung heißt. Mit wem diese unterschiedlichen Auffassungen bestanden, das stand zwar nicht in der Mitteilung, aber klar ist, dass es sich dabei nur um Firmenchef Detlef Linde handeln kann, der ebenfalls erst Mitte Mai den CEO-Posten übernommen hatte. Jetzt stellt sich die Frage, ob nicht der gesamte Umbau des TDMi-Vorstands ins Stocken gerät. Denn neben Feldhoff zog vor wenigen Tagen auch sein Ex-Kollege von Magirus, Claus Niedworok, in die TDMi-Chefetage ein, um hier das Finanzressort zu übernehmen. Denn wenn Linde und Feldhoff nicht vor Feldhoffs Amtsantritt über ihre "Auffassungen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Firmengruppe" gesprochen haben, dann haben dies Linde und Niedworok womöglich auch nicht getan und entdeckten erst später, dass ihre Aufassungen "unterschiedlich" sind.

Wie auch immer: Als Linde vor Kurzem an dieser Stelle schrieb, "dass es wenige Unternehmen im Markt gibt, wo sich im positiven Sinne so viel bewegt hat und bewegen wird", da hatte er damit sicher nicht diese schnelle Bewegung in seinem Vorstand im Blick. Aber gut, solche Sachen passieren. Ich kann mich hier nur wiederholen: Wenn´s nicht passt, dann passt es nicht und kann auch nicht passend gemacht werden. Und leider erkennt man immer wieder erst später, dass es nicht passt. Eine schnelle Trennung ist dann für beide Seiten die beste Lösung. Übrigens: Nach Angaben von Experten scheiden rund 20 Prozent der von außen kommenden Manager bereits innerhalb der Einarbeitungszeit wieder aus dem Unternehmen aus.

Lieber Herr Feldhoff, wie sieht denn jetzt Ihre aktualisierte Lebensplanung aus? Ist vermutlich noch ein bisschen früh. Was den heutigen Tag betrifft, hätte ich einen Vorschlag zu machen. Am heutigen 6. Juli ist nämlich der "Tag des Kusses". Das sollte uns nicht gleichgültig sein. Vor allem die Berufspendler und Wochenendheimfahrer unter den Managern haben ein mehr oder weniger chronisches Kuss-Defizit, was, wie man weiß, nicht nur unter dem Gesundheitsaspekt, sondern auch unter wirtschaftlich-konjunkturellen Gesichtspunkten Anlass zur Sorge ist. Der heutige Tag des Kusses wäre eine gute Gelegenheit, an dieser Stelle mal wieder aufzutanken, finden Sie nicht?

Was mir bei dieser Gelegenheit übrigens aufgefallen ist: Einige Unternehmen nutzen diesen Tag des Kusses für spezielle verkaufsfördernde Aktionen oder auch nur dazu, auf sich und ihre Leistungen aufmerksam zu machen. Für Unternehmen wie die Partnervermittlung Elitepartner.de sind solche Anlässe natürlich Pflicht, aber dass zum Beispiel auch der Lebensmitteldiscounter Netto gezielt zu diesem Tage mit besonderen Angeboten wirbt, ist schon nicht selbstverständlich und fällt daher auf. Auch die Industrie schläft nicht, wie zum Beispiel der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline, der zum Tag des Kusses für die erfrischende Wirkung seines Mundwassers "Odol" Reklame macht.

Was ich mich frage, ist, warum die IT-Branche eigentlich nicht so etwas macht. Gut, vielleicht drängt sich der Tag des Kusses nicht direkt für spezielle Aktionen der IT-Anbieter und -Händler auf. Aber es gibt andere Anlässe, wie zum Beispiel den "Tag des digitalen Lernens" oder auch den "Tag gegen Lärm". Warum zum Beispiel nicht am Tag gegen den Lärm seine Kunden einladen und ihnen die tollen flüsterleisten PCs vorstellen oder so etwas in der Art? Wäre das nicht mal einen Versuch wert? Und es gibt viele "Tage"; geben Sie in Ihrer Suchmaschine einfach mal "Tag des" oder "Tag der" ein, Sie werden überrascht sein. Und mit ein bisschen Kreativität läßt sich auch bei auf den ersten Blick abseitigen Anlässen ein Bezug zum Geschäft der IT-Branche herstellen. Selbst beim heutigen Tag des Kusses.

Beste GrĂĽĂźe

Damian Sicking

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