Verhinderter Schweinehirte
Vorsicht: Der folgende Text enthält Ironie, basiert aber auf Tatsachen. Die Geschichte aus dem schönen Viernheim ist allerdings dazu geeignet, bei einigen Verkäufern für Magenverstimmung zu sorgen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der folgende Text enthält reichlich Ironie und könnte bei einigen Verkäufern für Magenverstimmung sorgen. Aber so ist das nun einmal, wenn Kunden der Werbung nicht nur fleißig lauschen, sondern sich - nach dem erfolglosen Einkauf - auch ihrer Stilmittel bedienen.
Nein, keine Angst, jetzt folgt keine unqualifizierte Schimpfkanonade, auch keine der aus vielen Reklamationsschreiben bekannten verbalen Entgleisung eines Kunden. Was folgt ist vielmehr der Kommentar eines wohl situierten und sehr humorvollen älteren Herren, den er der Redaktion per E-Mail zukommen lies. Wie uns Joachim Holzberg verriet, gab ein Einkauf in der hessischen Enklave Viernheim den Anstoß für seine Mail.
Klar, eigentlich sollen sich im "Speakers Corner" kleine und große Händler zu Wort melden, denen ein Thema unter den Nägeln brennt. Doch manchmal kann auch der Zwischenruf eines Kunden erhellend sein - findet zumindest Georg Schnurer.
Hier also die wahre Geschichte von Joachim Holzberg:
Also bei uns (Frau 57 Jahre alt, Mann 63) ist das so verteilt, dass meine Frau für die elektronischen, ich für die mechanischen Probleme und ihre Lösungen zuständig ist/bin. Unter anderem dank des c't magazins im hr-fernsehen ist meine Frau auf ihrem Gebiet verdammt kompetent. Sie kann die meisten Probleme dank umfangreicher Kenntnisse, geduldiger Lektüre von Betriebsanleitungen und sonstiger Literatur (auch im Internet) und angeborener Hartnäckigkeit ohne fremde Hilfe lösen.
Um so mehr ärgert sie sich, wenn sie in einschlägigen Geschäften an Mitarbeiter gerät, bei denen man nicht entscheiden kann, ob die Schnöseligkeit, die Inkompetenz oder das Desinteresse die individuelle Hit-Parade anführt.
Unsere musikalischen Vorlieben sind leicht mit "Klassik", "Jazz", "Folk" und aller Art von Musik beschrieben, bei der der Klang nicht von dröhnenden Bässen und Drums niedergemacht wird.
Leider ist der Zugriff auf Musik, die wir mögen, auf Reisen kaum möglich, die Radiosender bringen kaum anderes als dürftige Dudelmusik. Nebenbei, man sollte die Intendanten der Radiosender einmal zwingen, 24 Stunden lang bei forcierter Lautstärke den Mist zu hören, den ihre Häuser so absondern. Ergo hatte sich meine Frau einen CD-Player gekauft, der als Nachteil die Notwendigkeit mit sich bringt, dass man außer dem Gerät auch noch einen Haufen CDs auf Reisen mit schleppen muss.
Die tobende Sau
Also Problemlösung iPod: für eine Person die ideale Lösung, nur nicht im Auto, da sind die Störgeräusche Fahrtwind, Motor- und Abrollgeräusche zu dominant. Konsequenterweise macht man sich schlau und erfährt von Geräten, die den iPod als Sender nutzend Musik in das Autoradio transmittieren sollen, so dass man sie in guter Radio-Qualität über die Lautsprecher des Autoradios hören kann.
Flugs macht man sich in den nächsten Laden auf, in dem angeblich die Sau tobt (übrigens gelogen, nirgendwo war eine Sau zu sehen) und der herausgefunden hat, dass der blöd ist, der nicht in ihm kauft. Ein Mitarbeiter lässt sich herbei, Auskunft zu geben, erklärt, dass das ursprünglich angedachte Teil, das man in den Kassettenschacht schiebt, eine miserable Tonqualität liefert und empfiehlt ein anderes, das mit dem iPod zusammengesteckt werden soll, etc.. Dass die beiden Teile gar nicht zusammengesteckt werden können und man sich über dieses mögliche Problem keine Gedanken macht, unwichtig, wichtiger der schnelle Umsatz.