Nach Metz-Übernahme: Chinesen drängen auf deutschen TV-Markt

Noch in diesem Jahr will der chinesische TV-Hersteller Skyworth den deutschen Markt entern. Helfen soll ihm dabei seine neue Tochter.

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Metz

(Bild: Metz)

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  • dpa

Der chinesische TV-Hersteller Skyworth strebt mit Hilfe seines Tochterunternehmens Metz noch für 2015 eine Präsenz auf dem deutschen Markt an. Die ersten Skyworth-Fernsehgeräte könnten hier wahrscheinlich zum Jahresende gekauft werden, erläuterte Metz-Geschäftsführer Norbert Kotzbauer am Dienstag in Zirndorf und bestätigte damit einen Bericht der Welt. "Wir werden dafür auf der Internationalen Funkausstellung detaillierte Pläne vorstellen", sagte er. Im Frühjar hatte Skyworth Metz aus der Insolvenz heraus übernommen. Die Belegschaft war dabei von 219 auf 152 Mitarbeiter geschrumpft.

Für den deutschen Markt strebt das chinesische Mutterunternehmen eine Art Doppelstrategie an. Metz soll auch künftig den Premium-Markt bedienen, die Mutter Skyworth den Standardmarkt. Die Chinesen wollen dabei das bestehende Metz-Vertriebsnetz und Metz' Erfahrung nutzen, um den europäischen Markt für Skyworth-Produkte zu erschließen.

Metz wiederum will bei der Produktion hochwertiger TV-Geräte von der Einkaufsmacht des chinesischen TV-Herstellers profitieren, wie Kotzbauer erläuterte. So werde Metz künftig etwa Hochleistungschips zu wesentlich günstigeren Konditionen einkaufen können als früher. Einsparungen sollen auch dadurch erzielt werden, dass Metz Skyworth-Bauteile nutze. "Wir werden nicht mehr jedes Teil selbst entwickeln", sagte Kotzbauer. Die Fertigungstiefe werde geringer sein als früher. Als Ziel hat der Metz-Chef ausgegeben, schon bald wieder auf den Fachhandels-Marktanteil von 15,8 Prozent zu kommen, den das Unternehmen vor der Insolvenz hatte. (anw)