Berliner Makerspace Raumfahrtagentur vor SchlieĂźung

Wegen nicht genehmigter Tanzveranstaltungen eines anderen Mieters hat das Bauamt das gesamte Gebäude dicht gemacht. Dagegen wehrt sich die Raumfahrtagentur nun – sonst droht das Ende.

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Berliner Makerspace Raumfahrtagentur vor SchlieĂźung
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Von
  • Philip Steffan

Die Mitglieder des seit 2011 in der Gerichtstraße in Berlin-Wedding ansässigen Hackerspaces Raumfahrtagentur können ihre Räume seit Mai nicht mehr nutzen. Grund ist eine Nutzungsuntersagung des ehemaligen Schwimmbad-Gebäudes durch den Bezirk. Das sogenannte Stattbad ist vor allem als Technoclub bekannt, dort fanden bis zuletzt ohne Genehmigung Tanzveranstaltungen statt. Seit einer anonymen Anzeige und dem Einschreiten des Bauamts ist das Gebäude geschlossen.

Dass dadurch auch ihre Räume betroffen sind, die mit dem Clubbetrieb nichts zu tun haben, geht den Betreibern der Raumfahrtagentur und anderen Mietern des Hauses zu weit. In einer Pressemitteilung distanzieren sie sich von der Eventagentur, die die Schließung heraufbeschworen habe und fordern den zuständigen Stadtrat Carsten Spallek zu einer zügigen Lösung auf. Dem steht offenbar auch im Weg, dass der Hauseigentümer die notwendigen Unterlagen für eine Umwidmung der vorhandenen Büros und Werkstätten nicht liefern kann.

Bewegt sich in den kommenden Tagen nichts, muss die Raumfahrtagentur offenbar bereits nächste Woche ausziehen. Betroffen sind außerdem das Gartenprojekt Stattgarten, das Radiostudio Co-Laboradio 88,4 und von Freifunk Berlin aufgestellte Sendestationen auf dem Dach. Über Twitter sagten die zuständigen Bezirksbeauftragten der Piratenpartei bereits zu, eine politische Lösung im Bezirk Mitte suchen zu wollen.

Mehr über die Raumfahrtagentur und wie aus der 2008 begonnenen Werkstatt für Elektro-Fahrräder einer der größten Hackerspaces in Deutschland wurde, steht auch in unserer Reportage in c't Hacks 3/2012 ab Seite 18. (phs)