Das Universum belauschen
Am SETI-Institut (Search for Extraterrestrial Intelligence) und der Universität von Kalifornien in Berkeley wird ein neues Radioteleskop-Array entwickelt.
- Maya Dollarhide
Das neue "Allen Telescope Array" (ATA) ist nach Microsoft-Mitbegründer Paul Allen benannt, der als erstes eine große Summe für das Projekt spendete. Das Array besteht aus 350 jeweils über sechs Meter hohen Antennen und soll es den SETI-Forschern und anderen Radioastronomen ermöglichen, Sterne über verschiedene Kanäle zu studieren - und das 24 Stunden am Tag. Im Gegensatz zu größeren Teleskopen, die jeweils nur auf eine enge Region des Raums konzentriert waren, soll das Bündel den Wissenschaftlern helfen, deutlich mehr Sterne gleichzeitig zu beobachten, als das bislang möglich war.
Die Allen-Stiftung hat bereits 11,5 Millionen US-Dollar investiert und will weitere 13,5 Millionen nachschießen. Obwohl damit nur rund die Hälfte der geschätzten Gesamtkosten von 52 Millionen Dollar abgedeckt sind, baut man bereits an dem Projekt. 32 Antennen stehen bereits in der Hat Creek-Region in Nordkalifornien. Das SETI hofft, das gesamte Array bis 2007 fertig gestellt zu haben. Laut SETI-Direktorin Jill Tarter kann das ATA den Kosmos nach deutlich schwächeren Signalen in einem größeren Frequenzbereich absuchen.
Der Aufbau des ATA kommt zu einer Zeit, in der das Hubble-Weltraumteleskop der NASA aufgrund der schlechten Finanzlage vom Himmel geholt werden soll. Das Ende von Hubble hat die Aufmerksamkeit wieder zurĂĽck auf die Erde gelenkt: SETI forscht zwar erst seit 1984 nach Leben im Weltall, doch die Radioteleskopie an sich wird bereits seit den Vierzigerjahren genutzt.
Radioteleskope bestehen aus drei Komponenten: Die sichtbarste ist der Parabolspiegel, die Antenne, die die schwachen Funksignale aus dem Weltall empfängt. Dann folgt ein Aufzeichnungsmedium (digitale Datenspeicher) samt komplexer Software, die die Daten sammelt, analysiert und verarbeitet.