Grid Computing: Raus aus der Sackgasse
IBM, Sun, Hewlett-Packard und Intel werfen ihr kollektives Schwergewicht in die Waagschale, um die Akzeptanz der Grid-Technologie in der Geschäftswelt fördern.
- Karen Epper Hoffman
IBM, Sun, Hewlett-Packard und Intel werfen ihr kollektives Schwergewicht in die Waagschale, um die Akzeptanz der Grid-Technologie in der Geschäftswelt fördern. Das von den Schwergewichten der IT-Industrie gebildete so genannte Globus Consortium ist eine Non-Profit-Organisation. Sie soll in einem ersten Schritt Branchen wie die Automobilindustrie, Luftfahrt und Energieversorgung mit passenden Open-Source-Werkzeugen aushelfen, auf deren Basis eigene Grid-Systeme entwickelt werden können. Außerdem soll sie den Firmen helfen, die Technik adäquat zu verwenden.
Globus wurde im Januar gestartet. Hervorgegangen ist das Konsortium allerdings aus einem wesentlich älteren Open-Source-Projekt: Das so genannte Globus Toolkit, das 1997 erstmals veröffentlicht wurde, ist ein Paket aus Anwendungen, die von Nutzern leicht für individuelle Grid-Aufgaben angepasst werden können. Es basiert auf Unix und besitzt Komponenten, die Sicherheit, Informationsinfrastruktur, Ressourcen-Management und Kommunikation über ein Grid sicherstellen sollen, das normalerweise heterogen angelegt ist.
Das Toolkit wurde von der Militärforschungsbehörde DARPA finanziert und basiert auf Arbeiten von Steve Tuecke, Ian Foster und ihren Forscherkollegen im Argonne National Laboratory. Anfänglich interessierten sich nur Nischenanwender für die Software des Projektes - allerdings wurden damit groß angelegte Probleme angegangen. In den letzten Jahren wurde die Grid-Technik vor allem durch Projekte wie SETI@Home oder das Human Proteome Folding-Projekt bekannt. Die kamen auch deshalb in die Medien, weil sie nicht verwendete Computer-Power für interessante Dinge wie die Suche nach Außerirdischen (SETI) oder das Dekodieren von Proteinen nutzten. Tuecke hält diese Anwendungen aber nur für die trivialste Möglichkeit, Grid-Computing zu nutzen.
Inzwischen steigen auch etabliertere Anwender in den Grid-Bereich ein. Grid-Computing kommt inzwischen bei Finanzdienstleistern und Pharmafirmen zum Einsatz -- manchmal auf einfachste Art und Weise, in dem freie Kapazitäten von wenig benutzten Desktop-Rechnern für rechenintensive Anwendungen genutzt werden, und manchmal auf komplexere, wobei Anwendungen in Umgebung von lose miteinander verbundenen Rechnern laufen.