Solartechnik für die US-Armee

Der Soldat von heute braucht mehr Strom denn je -- moderne Fotovoltaik soll helfen.

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Von
  • John Gartner
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Der Soldat von heute braucht mehr Saft denn je. Die US-Armee glaubt, dass flexible Solarzellen hier Abhilfe schaffen könnten: Leichtgewichtige Materialien sollen künftig Sonnenenergie einfangen und die Elektronik der mobilen Kämpfer mit Strom versorgen, egal wo sie sich aufhalten.

150 Tonnen Batterien werden derzeit pro Jahr benötigt, um die Geräte der Soldaten (beispielsweise Nachtsichtgeräte, Laptops, Kommunikationsgeräte und GPS-Einheiten) mit Strom zu versorgen, berichtet Lynn Samuelson, eine Forschungschemikerin am U.S. Army Soldier Systems Center in Natick, Massachusetts.

Das bringt diverse logistische Herausforderungen mit sich: Batterien werden häufig zu den Soldaten geflogen. Die tragen oft bis zu zwei Dutzend Ersatzbatterien mit sich herum und dürfen sie auch nicht wegwerfen, weil sich daran ihre Marschbewegungen feststellen ließen. Die Army stellt derzeit deshalb auf Akkus um, die sich über solarbetriebene Ladegeräte wieder aufladen lassen. "Die Fotovoltaik bietet auch große Vorteile bei der Logistik", sagt Samuelson.

Die US-Armee testet tragbare Batterie-Ladegeräte, Zelte und Sensorsysteme, die flexible Sollarzellstoffe enthalten, die aufgerollt oder gefaltet werden können, um sie leicht zu verstauen. Die neuen Materialien gäben den Soldaten eine größere Reichweite und sorgten dafür, dass sie selbstständiger agieren könnten, sagt Samuelson.

Anfang Mai gab der Zulieferer Konarka Technologies aus Lowell in Massachusetts bekannt, dass er der US-Armee solarbetriebene Batterieladegeräte liefern werde -- als Teil eines Auftrags in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar. Die Prototypen nutzen ein fotovoltaisches Kunststoffpolymer, das ausgerollt werden kann. Dabei werden ungefähr sechs Watt Elektrizität erzeugt, wie Konarka-Manager Dan McGahn erzählt.