Blau gegen Blau
Es kann nur einen geben: Blu Ray gegen HD DVD. Ein Kompromissversuch scheiterte am Streit über die physikalische Struktur der neuen Datenträgergeneration
Die Schmach sitzt tief. Schon einmal hat Sony einen Wettstreit um Marktdominanz trotz technischer Überlegenheit verloren. In den 1980er Jahren trat Sonys Betamax-System gegen das Video Home System (VHS) von JVC an. Und ging unter. Um was vom Heim- Video-Kuchen abzubekommen, baute Sony schließlich VHS-Recorder. An dieses Debakel erinnert sich auch Yukinori Kawauchi, General Manager der Sony Video Group. Fragt man ihn nach der technisch besten Lösung, die das Erbe der DVD antreten sollte, ist seine Antwort klar: Die von Sony mit Panasonic, Philips, Thomson, Sharp, Hitachi, LG Electronics und Samsung entwickelte Blu-ray Disc (BD) ist der konkurrierenden HD DVD in puncto Speicherkapazität überlegen. Doch diesmal möchte Kawauchi seinem Arbeitgeber eine Niederlage ersparen. Dafür stehen zu viel Ehre und viel zu viel Geld auf dem Spiel.
Also setzte sich Kawauchi im Februar mit Yoshihide Fujii, Geschäftsführer bei Toshiba, zusammen, um einen Kompromiss auszuhandeln. Kawauchi wollte das physikalische Format der BD mit dem logischen Format der HD DVD verbinden. Fujii schlug hingegen vor, die gemeinsame Disc wie die HD DVD aussehen zu lassen, die Toshiba gemeinsam mit NEC, Sanyo und Memory-Tech entwickelt hat. Von der BD wollte er lediglich die Mehrschichtentechnik übernehmen.