Gamescom 2015: Tom Clancy's The Division angespielt
Seit drei Jahren schon arbeitet Ubisoft an Tom Clancy's The Division, einem plattformĂĽbergreifenden Third-Person-Shooter mit Rollenspiel-Elementen. In Halle 6 der Gamescom konnte man jetzt das verseuchte New York City selbst betreten.
Das verwaiste New York ist schaurig-schön
(Bild: Ubisoft)
In Tom Clancy's The Division löst mit Viren behaftetes Geld am "Black Friday", dem einkaufsstärksten Tag des Jahres, eine Pandemie aus und New York wird von der Außenwelt abgeschnitten. Die wenigen Überlebenden organisieren sich und kämpfen um die Straßen. Bei dem auf der Gamescom in Köln gezeigten Ausschnitt handelte es sich um ein Multiplayer-Szenario aus dem "Dark Zone"-Modus, in dem mehrere Teams Ressourcen bergen und sich verteidigen müssen. Dank Massive Entertainments neuer Snowdrop Engine strahlt das verwaiste Manhattan vor düsterer Atmosphäre. Leider waren die angekündigten dynamischen Wettereffekte noch nicht zu sehen.
Schatzsuche in New York
In Dreierteams musste ein gutes Dutzend Spieler getrennt die Straßen New Yorks nach verwertbarem Material absuchen. Dazu gehören Waffenteile, Ausrüstung und andere Schätze, mit denen man seinen Charakter upgraden kann. Doch alles innerhalb der Zone ist mit dem Virus behaftet. Ehe es genutzt werden kann, muss es per Hubschrauber ausgeflogen und dekontaminiert werden. Computergesteuerte Gegner erwiesen sich als schwer berechenbar, lauerten lange hinter Deckungen, um dann schießend vorzustoßen. Hatte man das Material gesichert, musste ein Spieler es aufnehmen und zum designierten Landeplatz bringen, geschützt von seinen Teamkameraden. Spätestens auf dem offenen Feld stieß man auf die anderen menschlichen Teams, die per Signalpistole die Luftpost herbeiriefen.
Hier zeigten sich die innovativen Seiten des Gameplays: jedes Team konnte sich entscheiden, wie es sich gegenüber den Anderen verhielt. Das Spiel zwingt niemanden, gegen sie zu kämpfen. Man konnte es jedoch, um ihre Schätze für sich zu beanspruchen. In dem Fall wurde das ganze Team als "rogue", als abtrünnig, deklariert. Mit der ersten abgefeuerten Kugel leuchtete man auf der Karte auf wie ein Weihnachtsbaum und wird zum sichtbaren Ziel für andere Teams. Neben den menschlichen Gegnern mischten auch immer wieder NPCs mit, etwa die flammenwerfenden Cleaner. Die Feuergefechte waren schnell und fordernd. Viel Deckung war vorhanden, der Wechsel zwischen ihnen flüssig. Doch Orientierung und Koordination fielen schwer. Der "Puls" war hier hilfreich: eine Mischung aus Radar und Echolot, der die Umgebung nach Gegnern und Objekten scannt.
Dem Ersteindruck nach wird The Division seine Versprechen in puncto Grafik und Atmosphäre einhalten. Das Gameplay im Multiplayer war gut, aber nicht herausragend, mit erwartbaren Klassen und Waffen. Wirklich gespannt sind wir auf die Rollenspiel- und Explorationselemente, wenn das Spiel im kommenden Frühjahr erscheint. Tom Clancy's The Division soll am 8. März 2016 veröffentlicht werden und zwar für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Die Tablet-Unterstützung ist inzwischen gestrichen worden. (mho)