Google, Facebook, Twitter & Co.: Initiative gegen Kinderpornographie
Um besser die Verbreitung von Kinderporno-Bildern zu unterbinden, nutzen fĂĽnf groĂźe US-Internetkonzerne eine gemeinsame Datenbank. Die stammt von der britischen Internet Watch Foundation.
(Bild: dpa, Armin Weigel / Archiv)
Die IT-Konzerne Google, Microsoft, Twitter, Facebook und Yahoo wollen gemeinsam mit der gemeinnützigen Internet Watch Foundation (IWF) besser gegen Kinderpornographie im Netz vorgehen. Dazu stellt die britische Stiftung den Unternehmen eine Datenbank zur Verfügung, die die Erkennung einschlägigen Bildmaterials erleichtern soll.
Die Datenbank enthält aus bereits bekannten Kinderpornobildern erzeugte digitale Signaturen, die einen automatischen Abgleich ermöglichen. Zur Erzeugung dieser Prüfwerte kommen die von Microsoft entwickelte Technik PhotoDNA sowie die Hashingfunktionen MD5 und SHA1 zum Einsatz. Die Internetkonzerne sollen auf dieser Basis die Datenbestände ihrer Dienste besser durchleuchten und zugleich eventuelle Uploads illegaler Bilder unterbinden können.
In Zusammenarbeit mit den Behörden sorgen die Mitarbeiter der Internet Watch Foundation eigenen Angaben nach dafür, dass durchschnittlich 500 URLs mit Kindesmissbrauchs-Inhalten pro Tag vom Netz genommen werden. Dabei entdecktes Bildmaterial wird dann der Datenbank hinzugefügt. Videoclips werden bislang noch nicht abgedeckt, das sei allerdings in Planung.
E-Mail-Scans bei Google
Die Prüfung auf kinderpornografische Inhalte ist bereits seit längerem ein Thema für die Webkonzerne: Für Schlagzeilen sorgte etwa im vergangenen Jahr die Verhaftung eines Mannes, der offenbar über seinen Gmail-Account ein Kinderporno-Bild verschickt hatte. Google war durch einen automatischen Scan seines Postfachs darauf aufmerksam geworden und hatte die Behörden verständigt. Laut eigener Aussage sammelt das Unternehmen bereits seit 2008 Prüfwerte für die Erkennung solcher Bilder. Twitter und Facebook setzen dafür seit längerem auf Microsofts PhotoDNA, eine Technik, die der Softwarekonzern auch in seinem Clouddienst und der Suchmaschine Bing einsetzt. (axk)