Windows Vista in der Hand von Hollywood?
Windows Vista, Microsofts Nachfolger fĂĽr Windows XP, soll gleich mehrere neue Technologien enthalten.
- Andy Patrizio
Windows Vista, Microsofts Nachfolger für Windows XP, soll gleich mehrere neue Technologien enthalten, mit deren Hilfe digitale Medien künftig in einer so genannten "gesicherten Umgebung" laufen. Der Vorteil: Videos in HDTV-Qualität sollen künftig leichter auf Desktop oder Laptop herunterladbar sein. Kritiker befürchten jedoch, dass die Benutzer mit Vista gleichzeitig die Freiheit verlieren, die von ihnen bezahlten Inhalte mit beliebiger Hard- und Software abzuspielen.
Die Meinungen ĂĽber Vistas Inhalteschutz gehen also weit auseinander. Microsoft-Vertreter betonen, das das einst unter dem Codenamen "Longhorn" bekannte Betriebssystem, das Ende 2006 erscheinen soll, eine wesentlich sicherere Plattform fĂĽr digitale Unterhaltung sein werde.
Die NetzbĂĽrgerrechtler von der Electronic Frontier Foundation (EFF) aus San Francisco sehen das ganz anders: Diese "Sicherheit" fĂĽhre dazu, dass aus Windows Vista ein restriktiver Spielplatz werde, auf dem nur die groĂźen Hollywood-Studios und Medienkonzerne entscheiden, wer mitspielen darf.
Fest steht, dass der neue Inhalteschutz innerhalb von Vista in Zusammenarbeit mit Medienfirmen wie Disney oder 20th Century Fox entstanden ist -- ein Novum für Microsoft. Es ist durchaus verständlich, dass die Hollywood-Konzerne ein großes Interesse an verbesserter Sicherheit haben -- schließlich bieten weder CDs noch DVDs heutzutage wirklich effektive Kopierschutzsysteme.
"Wir versuchen, eine Plattform anzubieten, die die Wünsche so vieler Marktteilnehmer wie möglich mit einbezieht, ihre digitalen Inhalte zu schützen", sagt Marcus Matthias, Produktmanager in der Windows Digital Media-Abteilung bei Microsoft. "Wenn Inhalte nicht geschützt werden können, gibt es auch keinen Anreiz, sie im Internet zur Verfügung zu stellen."
Im neuen Microsoft-Rechtemanagement ist unter anderem eine verbesserte Technik enthalten, die Geräte, die an PCs angeschlossen werden, besser erkennen und gleichzeitig authentifizieren soll. "Plug & Play" existiert bereits seit Jahren, funktioniert aber nur mittelprächtig, wie jeder weiß, der schon einmal neue Hardware unter Windows installieren wollte. Microsofts neue Authentifizierungslösung nennt sich "Protected Media Path" (PMP) und wurde in Zusammenarbeit mit den Unterhaltungsfirmen entwickelt. Die Technologie erlaubt es einem PC, festzustellen, ob ein neu hinzugefügtes Gerät (beispielsweise ein Monitor, ein DVD-Player oder eine Grafikkarte) wirklich vom angegebenen Hersteller stammt und über die entsprechende Marke, Modell- und Seriennummer verfügt. Hersteller, die ihre Geräte nicht PMP-zertifizieren lassen, werden Probleme haben, diese an Vista-Maschinen anzubinden.