Transparenzreport: Deutlicher Anstieg von Regierungsanfragen bei Twitter

In einem Halbjahr hat die Zahl staatlicher Anfragen nach Nutzerinformationen von Twitter um mehr als die Hälfte zugenommen. Vor allem US-Behörden sind demnach besonders wissbegierig. Von dort stammen mehr als die Hälfte der Anfragen.

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Twitter

(Bild: dpa, Soeren Stache)

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Im ersten Halbjahr 2015 haben staatliche Stellen noch einmal deutlich häufiger von Twitter die Herausgabe von Nutzerinformationen verlangt. Insgesamt seien von Januar bis Juni 4363 solcher Anfragen bei dem Unternehmen eingegangen, 52 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2014, teilte das Unternehmen in seinem halbjährlichen Transparenzbericht mit. Bei etwas mehr als der Hälfte davon (58 Prozent) habe das Unternehmen zumindest einige Informationen weitergegeben. Insgesamt sei es um mehr als 12.000 Accounts gegangen.

Die mit Abstand meisten Anfragen (2436) kamen demnach aus den USA, gefolgt von Japan (425) und der Türkei (412). Insgesamt seien Anfragen aus 62 Staaten eingegangen, neu dabei in diesem Jahr Zypern, die Dominikanische Republik, Polen und Serbien. Deutsche Stellen haben demnach in 28 Fällen – im ganzen Jahr 2014 waren es noch 31 – die Herausgabe von Informationen verlangt und seien in 9 Fällen mindestens teilweise erfolgreich gewesen. Seit Twitter die Zahlen zu den Anfragen öffentlich macht, sind die in der Bundesrepublik (wie auch weltweit) kontinuierlich größer geworden.

Zugenommen haben demnach auch die Forderungen nach Löschung von Inhalten auf Twitter, sowohl von staatlichen Stellen als auch Rechteinhabern. Insgesamt hat das Unternehmen im ersten Halbjahr 1003 solcher Forderungen gezählt. In 42 Prozent der Fälle seien zumindest einzelne Inhalte entfernt worden. Im zweiten Halbjahr 2014 waren noch 796 solcher Anträge eingegangen. Aus Deutschland kamen demnach nun zwei gerichtliche Aufforderungen wegen Diffamierung und 12 aufgrund von Jugendschutzregelungen. In 12 Fällen seien hierzulande Inhalte gelöscht worden.

Twitter äußert sich auch zu Hinweisen auf Urheberrechtsverletzungen. Davon habe man von Januar bis Juni 14.694 bekommen und in 67 Prozent der Fälle etwas gelöscht. Für die extra ausgewiesene Kurzvideo-Plattform Vine liegen die Zahlen bei 2405 Hinweisen (Löschrate: 68 Prozent) und auf der Videostreaming-App Periscope bei 1391, von denen 71 Prozent zu einer Löschung führten. Von den neu ausgewiesenen Markenrechtshinweisen habe man im ersten Halbjahr 12.911 erhalten, aber nur in 7 Prozent der Fälle Material auch gelöscht, ergänzt Twitter noch. Schließlich listet Twitter nun auch auf, mit welcher Transportverschlüsselung aus- und eingehende E-Mails abhängig vom jeweiligen E-Mail-Provider geschützt werden. (mho)