r/Watchpeopledie: Reddit-Unterforum fĂĽr deutsche Nutzer blockiert
Auf r/Watchpeopledie können sich Redditnutzer an gesammelten Inhalten zu allerhand Todesarten ergötzen. Für deutsche Nutzer ist der Zugriff wegen Behördenanfragen nun jedoch gesperrt. Möglicherweise steht die BPjM dahinter.
(Bild: dpa, Matthias Balk)
Der Zugriff auf das Unterforum r/Watchpeopledie auf der Diskussionsplattform Reddit ist aktuell für Nutzer aus Deutschland blockiert. Die Moderatoren teilten mit, dass man eine rechtliche Anfrage aus Deutschland erhalten habe. Darin werde die Entfernung bestimmter Inhalte verlangt, die deutsches Recht verletzten. Um Reddit auch weiterhin anbieten zu können, habe man sich deshalb zur Sperrung entschlossen.
BPjM-Verfahren gegen Reddit
Die karge Mitteilung nennt weder die anfragende Behörde noch die fraglichen Inhalte noch die damit verletzten Gesetze. Das löste unter Nutzern breite Spekulationen über den möglichen Hintergrund aus – bis hin zu Rekrutierungsvideos des Islamischen Staats, die unterdrückt werden sollten. Eine entsprechende Anfrage an Reddit von heise online blieb bislang ohne Antwort.
Das Reddit-Unterforum bietet, wie der Name bereits klar macht, allerhand Inhalte, in denen Menschen ums Leben kommen. Das könnte auf ein Jugendschutzproblem hindeuten – und offenbar ist tatsächlich die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Auslöser für die Entscheidung, deutsche IPs auszusperren. Gegenüber dem Spiegel bestätigte eine Sprecherin der Behörde, dass gegen Reddit ein Indizierungsverfahren anhängig sei.
Bald auf dem Index?
Man habe Reddit informiert und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, zitiert der Bericht die Sprecherin. Jeder ausländische Inhalteanbieter könne dann selber entscheiden, wie er auf die Nachricht reagiert, betonte sie demnach. Details über das Verfahren nannte sie allerdings nicht. Die BPjM war für eine diesbezügliche Anfrage von heise online leider nicht mehr erreichbar.
Direkte Sanktionsmöglichkeiten gegen Reddit hat die deutsche Jugendschutzbehörde jedenfalls nicht. Im Falle einer Entscheidung auf Indizierung der Internetinhalte würden diese wohl den nicht-öffentlichen URL-Blacklists hinzugefügt. In verschlüsselter Form werden die dann als sogenanntes BPjM-Modul zum Beispiel an Suchmaschinenbetreiber wie Google und Anbieter von Jugendschutzfiltern weitergereicht. Das soll die Unterdrückung der Inhalte in Deutschland gewährleisten. 2014 machten Hacker diese Listen erstmals öffentlich. (axk)