Contax seit 10 Jahren auf dem Abstellgleis
Leica-Alternative vergangener Tage: Unter dem Namen Contax brachte Zeiss zwischen 1935 und 2005 Kameras auf den Markt. Wir schauen zurĂĽck in die Geschichte der Marke.
- Dr. Christoph Jehle
Von 1974 bis 2005 kamen Contax-Kameras aus Japan
Die einstmals hochangesehene Kameramarke Contax geht auf den ursprünglich thüringischen Optik-Konzern Carl Zeiss und seine sächsischen Kameratochter Zeiss Ikon zurück. Im Gefolge der deutschen Teilung ging sie zur Zeiss Ikon AG in Stuttgart und mit der Schließung der dortigen Kameraproduktion unter die Fittiche des in Oberkochen angesiedelten damaligen Stiftungsunternehmens Carl Zeiss, das heute unter dem Namen Carl Zeiss AG firmiert. Aktuell gibt es kein optisches oder fototechnisches Produkt, das unter dem Namen Contax vertrieben wird. Der Kooperationsvertrag mit dem japanischen Keramik-Konzern Kyocera wurde zwar vor etwa zehn Jahren verlängert, die aktive Nutzung der Marke durch Kyocera jedoch im Jahre 2005 eingestellt.
Der Name Contax wurde bei Zeiss Ikon erstmals in den 1920er-Jahren für einen Fahrtrichtungsanzeiger für Automobile genutzt, der sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen konnte. Im Jahre 1932 stellt Zeiss Ikon unter dem Namen Contax die erste Kleinbildkamera des Dresdner Unternehmens vor, die ab 1936 mit der Einführung der Modelle Contax II und III als Contax I weitergeführt wurde. Die Contax-Kameras waren Schlitzverschluss-Messsucherkameras mit Wechselobjektiven, die über ein Bajonett mit der Kamera verbunden wurden. Das Bajonett war mit späteren Contax-Kameras nicht kompatibel. Es wurde vom japanischen Hersteller Cosina später für die Voigtländer SC-Objektive nochmals genutzt. Bis heute gibt es von Voigtländer noch einen Adapter, der die Nutzung dieser Objektive an Kameras mit Sony-E-Bajonettt ermöglicht.