Kraftfahrtbundesamt will eigene offene WLAN-Hotspots
Das Flensburger Amt hat dafür eine öffentliche Ausschreibung gestartet. Verbraucherschützer und Netzaktivisten dürften den Plan für ein weiteres offenes WLAN erfreut zur Kenntnis nehmen.
(Bild: (Bild: dpa, Stephanie Pilick))
Das dem Bund unterstellte Kraftfahrtbundesamt sucht per öffentlicher Ausschreibung nach einem Dienstleister, der für das Amt in Flesburg offene Hotspots einrichtet und betreibt sowie im Zuge des Aufbaus auch die erforderliche Netzwerkinfrastruktur verlegt.
Das offene WLAN soll spätestens bis zum 30.11.2015 in Betrieb gehen. Detaillierte Unterlagen für Interessenten an der Ausschreibung gibt das Amt schriftlich per E-Mail oder Post bis zum 11.09.2015 heraus. Den Anlass, ein eigenes offenes WLAN zu unterhalten, nannte das Kraftfahrbundesamt zunächst nicht, eine Anfrage läuft.
Private und gewerbliche Anbieter offener WLANs dürften den Schritt aufmerksam verfolgen, nachdem das BMWi noch im April mit dem Versuch eines neuen WLAN-Gesetzes und einer zunächst rigiden Störerhaftung für Irritationen gesorgt hat. Dies hatte Verbraucherschützer und Netzaktivisten auf den Plan gerufen und zu einer Neuauflage des Gesetzes geführt.
[Update], 02.09.2015, 15:40: Das Kraftfahrbundesamt kommt auf die Anfrage zurück, weshalb es ein eigenes offenes WLAN plant: "Der Auf- und Ausbau der digitalen Infrastruktur ist eine zentrale Aufgabe des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur). Vor diesem Hintergrund hat Bundesminister Dobrindt – mit Blick auf die Teilhabemöglichkeit aller Interessenten – auf dem BMVI-Gelände und im angrenzenden Bereich bereits ein offenes WLAN einrichten lassen. Die nachgeordneten Behörden des BMVI folgen diesem Beispiel – so auch das KBA.
Minister Dobrindt hatte sich dazu unter anderem im März geäußert: "Eine digitale Gesellschaft braucht überall schnellen Zugang ins Internet. Das ist eine Frage der Teilhabe, insbesondere aber eine Voraussetzung für digitale Wertschöpfung. Ich habe deshalb eine WLAN-Offensive gestartet. Ohne Barrieren, mit einem Klick ins kostenfreie WLAN. Rund um mein Ministerium in Berlin gibt es seit Anfang März freien Zugang zum Netz. Noch in diesem Jahr werden unser Dienstsitz in Bonn und 100 Gebäude von nachgeordneten Behörden folgen. Wir möchten damit gezielt Innovationsimpulse setzen. Wenn alle Behörden mitmachen, haben wir bald ein breites Netz." [/Update] (dz)