Ein Bit, bitte!

Der berühmte Krypto-Experte Ron Rivest will zusammen mit einem Kollegen den Micropayment-Markt aufmischen. Haben sie Erfolg, könnte das ganz neue Geschäfte ermöglichen

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Von
  • Gregory T. Huang

(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 1/2004)

Betreiber von Webseiten haben ein großes Problem mit kleinen Beträgen: Die Gebühren für die Abrechnung über Kreditkarte oder Lastschrift sind so hoch, dass sie oft über dem eigentlichen Preis des verkauften Produkts liegen. Dies macht den Verkauf von digitalen Inhalten für wenige Cent nahezu unmöglich. Dadurch ist die Auswahl der über das Web verkaufbaren Güter beschränkt.

Das Web hat schon eine Reihe von angeblichen Lösungen für dieses Problem kommen und gehen sehen, aber ein neues Verfahren könnte sich wirklich durchsetzen. Es wurde von den Informatik-Professoren Silvio Micali und Ron Rivest erfunden und heißt Peppercoin. Das Außergewöhnliche daran: Micali und Rivest wollen das System der teuren Kreditkarten-Zahlungen nicht ersetzen, sondern es im Rahmen ihres eigenen Konzepts so nutzen, dass die Kosten für Händler und Kunden deutlich niedriger werden.

Dazu wählt Peppercoin nach dem Zufallsprinzip nur eine von je etwa 100 Transaktionen aus, die wirklich über das Bankensystem abgewickelt wird. Der Händler bekommt dann den hundertfachen Betrag der ausgewählten Transaktion ausgezahlt, und dem Kunden wird alles abgezogen, was sich bei ihm an Außenständen durch noch nicht abgewickelte, aber gespeicherte Peppercoin-Käufe angesammelt hat. Statistische und kryptografische Verfahren sorgen dafür, dass über einen längeren Zeitraum jeder den korrekten Betrag bekommt oder bezahlt. (sma)