Saat der Angst

Als Versuchskaninchen fungiert derzeit noch die Bevölkerung der USA, wo genmaipulierte Lebensmittel bereits weit verbreitet sind. Doch jetzt muss sich auch der alte Kontinent mit "Frankenfood" auseinander setzen

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Hanno Charisius

(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 2/2004)

Gentechnisch modifizierte (GM) Pflanzen wachsen auf weltweit über 60 Millionen Hektar. Die Bevölkerung, zumindest in Europa, lehnt die so genannte grüne Gentechnik ab. Doch jetzt, nach fünf Jahren, steht das Ende des EU-Neuzulassungsmoratoriums gegen genveränderte Pflanzen und Lebensmittel kurz bevor. Langsam, aber sicher werden sie jetzt auch hier auf den Markt kommen.

Die Befürworter wollen mit molekularbiologischen Methoden die Landwirtschaft ertragreicher und ökologischer machen, gesündere Produkte herstellen und den wachsenden Nahrungsbedarf der Weltbevölkerung decken. Die Gegner unterstellen rein wirtschaftliche Interessen, halten die Technik für nicht ausgereift und fürchten unabsehbare Risiken für Mensch und Umwelt. Die Sicherheitsforschung liefert keine eindeutigen Ergebnisse. Inzwischen zeichnet sich jedoch eine Tendenz ab: Grüne Gentechnik ist weder gefahrlos noch ein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug, das sicher geführt werden muss. Sie lässt sich nicht pauschal bewerten, sondern erfordert eine differenzierte Auseinandersetzung. (sma)