Offenes Feudalwesen

Die besten Plätze in einem Luxusauto sind hinten, meinen Sie? In einem Rolls Royce gilt das fast uneingeschränkt. Auf der IAA stellt die Marke in BMW-Besitz eine interessante Ausnahme vor. Mit dem Rolls-Royce Dawn bekommt das Segment der teuersten Cabriolets Zuwachs.

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Von
  • Marcel Sommer
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München, 8. September 2015 – Die besten Plätze in einem Luxusauto sind hinten, meinen Sie? In einem Rolls Royce gilt das fast uneingeschränkt. Auf der IAA stellt die Marke in BMW-Besitz eine interessante Ausnahme vor. Mit dem Rolls-Royce Dawn bekommt das Segment der teuersten Cabriolets Zuwachs.

Der Dawn ist die offene Version des Wraith. Was möglich ist, wenn Entwickler scheinbar keine Budgetgrenzen gesetzt bekommen, zeigt sich vor allem im Innenraum und beim Verdeck. Rolls Royce verspricht eines das leiseste Verdeck der Welt. 4,7 Quadratmeter misst es insgesamt, die Dämmung gibt die Marke mit 180 Kilogramm pro Kubikmeter an. Ein eindrucksvoller Wert? Nun ja, um das beurteilen zu können, bräuchte man Vergleichswerte, die uns allerdings von keinem anderen Hersteller bekannt sind. Das Begleitschreiben verspricht, dass die Geräuschkulisse im Innern bei geschlossenem Verdeck weitgehend der des Wraith entspricht.

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Auf der IAA stellt Rolls-Royce mit dem Dawn ein groĂźes und schweres Cabrio vor.

Was bei keinem Rolls-Royce fehlen darf, ist die bekannteste Kühlerfigur der Welt. Die „Spirit of Ecstasy“ thront standesgemäß auf einer gewaltigen Front. Zwischen ihr und den bis zu vier Insassen liegt das Herzstück des neuen Dawn: ein 6,6 Liter großer Zwölfzylinder. 570 PS und ein maximales Drehmoment von 780 Nm dürften für standesgemäßes Fahrgefühl reichen – trotz eines Leergewichts von 2560 kg. Wer den Koloss ausquetscht, soll in 4,9 Sekunden aus den Stand Tempo 100 erreichen können. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.

Dass mit diesen Ausgangsdaten kein Traumauto für Ökoaktivisten zu machen ist, dürfte Käufer ebenso wenig stören wie die zu erwartende Tankrechnung. Selbst im NEFZ ist das schwere Cabrio mit 14,2 Litern angegeben. Für die vermutlich nicht zu spürenden Gangwechsel ist das satellitengestützte Achtgang-Automatikgetriebe verantwortlich. Es kennt schon vor dem Erreichen der Kurve das weitere Streckenprofil und soll so stets den richtigen Gang drin haben.