Sonnige Aussichten
Sonnenstrom ist nicht gleich Sonnenstrom: Neben Solarzellen gibt es eine Reihe weiterer Verfahren, die Kraft der Sonne gezielt zu nutzen. Und überall wird fieberhaft an - dringend benötigten - Verbesserungen geforscht
- Astrid Dähn
(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 6/2004)
Die Photovoltaikbranche boomt. Von 1998 bis Ende 2003 hat sich die installierte Leistung weltweit etwa vervierfacht, in Deutschland sogar mehr als versiebenfacht. Hauptmotor des Wachstums ist die staatliche Förderung. Mit der novellierten Fassung des Erneuerbare Energien Gesetzes, die im April von der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurde, wird der gesetzlich garantierte Abnahmepreis für Strom aus Solarzellen-Anlagen noch einmal um ein paar Cent steigen.
Zwar sind die Herstellungskosten für den grünen Strom bisher deutlich höher als die für Energie aus fossilen Brennstoffen - sie liegen bei mindestens 50 Cent pro Kilowattstunde, etwa 15-mal höher als die Kosten für Kohlestrom. Immer materialsparendere und immer effizientere Photovoltaikmodule versprechen jedoch langfristig, den Strom aus Solarzellen konkurrenzfähig zu machen.
Sonnenstrom ist nicht gleich Sonnenstrom: Solarthermische Kraftwerke, bei denen Strom durch die Fokussierung von direktem Sonnenlicht auf zu erhitzende Medien geleitet wird, erzeugen die Kilowattstunde schon heute vergleichsweise preiswert. Kilometerhohe Aufwindkraftwerke, die sich den Treibhauseffekt zunutze machen, sollen die Produktionskosten kĂĽnftig noch weiter senken.
Auch an der Kollektortechnik wird derzeit gefeilt: Experten planen riesige Wärmespeicher für Bürohochhäuser oder Siedlungen. Kühlen ließen sich die solarbeheizten Gebäude dann ebenfalls mit Sonne - die ersten solargetriebenen Klimaanlagen sind bereits in Betrieb. (sma)