Comeback der Erfinder

Viele große Erfindungen werden im Rückblick als bloßer Zufall verkauft - grundfalsch, meint Nathan P. Myhrvold, Gründer von Microsoft Research. Heute führt er ein Unternehmen, das hellen Köpfen aus allen Bereichen das Erfinden erleichtern will.

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Von
  • Evan I. Schwartz

(Zusammenfassung aus Technology Review Nr. 8/2004)

Neue Zeiten verlangen nach neuen Ideen, meint Nathan P. Myhrvold, ehemaliger technischer Direktor von Microsoft. Und noch nie waren die Umstände für kleine Unternehmen mit großen Ideen so günstig.

Denn insbesondere große Konzerne haben Probleme damit, sich auf neue Ideen einzulassen, die jenseits ihres Produkthorizontes liegen. Myhrvold und andere geistige Risikokapitalgeber sehen eine Konstellation von vier Trends, die dem Erfinden wieder den Stellenwert verschaffen soll, den es früher einmal hatte.

Neue Kommunikationsmöglichkeiten und besseres Verständnis kognitiver Abläufe sind zwei der Trends, die es Einzelpersonen oder kleinen Unternehmen mit Visionen ermöglichen, an vorderster Front technologischer Neuerung mitzumischen. Doch die neue Wertschätzung des Erfindens findet ihren Niederschlag nicht nur in avantgardistischen Erfinderlabors wie dem von Myhrvold gegründeten. Auch etablierte Firmen ermutigen ihre Angestellten mittlerweile dazu, einen Teil ihrer Arbeitszeit auf eigene Ideen und Projekte zu verwenden.

Und Erfindungen zu machen zahlt sich aus. Die Kursentwicklung von Firmen, die im Besitz viel zitierter Patente sind, also solcher, die oft in Veröffentlichungen und späteren Patenten zitiert werden, übersteigt deutlich die Entwicklung des S&P 500 Index' und die Wertentwicklung von Firmen, die nicht im Besitz solcher Patente sind.

Besonderes Kennzeichen von Erfinder und erfinderischen Unternehmen ist jedoch Mut. Denn nur wer Risiken eingeht und Fehlschläge in Kauf nimmt, kann den Durchbruch schaffen. (sma)