Bewegung durch Breitband

Die UMTS-Netzbetreiber hoffen darauf, dass bald irgendjemand eine Killerapplikation findet, um das Geschäft wirklich zum Laufen zu bringen.

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Von
  • Frank GrĂĽnberg
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Zwei Wochen dauerte die TV-Show bei T-Mobile, der Netzbetreiber schickte dem erlesenen Kreis seiner UMTS-Kunden LiveBilder der Tour de France aufs Handy. Den Kampf ums Gelbe Trikot konnten Radsportfans auf diese Weise auch unterwegs verfolgen. Jedenfalls so lange, wie der Akku ihres Mobiltelefons mitgespielt hat.

Konkurrent Vodafone bietet sogar ein ständiges Fernsehprogramm. Bei seinen UMTS-Abonnenten flimmern auf 15 Kanälen Nachrichten, Sport und Doku-Soaps übers Display. Zahlen müssen die Kunden nur für die übertragene Datenmenge, das TV-Abo an sich ist kostenfrei. Bis Dezember zumindest.

Eineinhalb Jahre nachdem UMTS in Deutschland auf Sendung gegangen ist, kämpfen die Netzbetreiber um Kundschaft. Schnupperangebote sollen den Breitbanddiensten Aufmerksamkeit bescheren. Vor allem die beiden Marktführer T-Mobile und Vodafone erhöhen die Schlagzahl, um ihre horrenden Investitionen zu refinanzieren. Jeweils mehr als zehn Milliarden Euro steckten die deutschen Netzbetreiber in den Erwerb der Lizenzen und den Aufbau der Netze, bevor auch nur ein Datenbit durch den Äther floss. Nur die Kunden interessieren sich nicht für den schnellen Datendienst. "Die Branche hinkt den Erwartungen mächtig hinterher", sagt Arno Wilfert, Strategieberater bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little. "Wegen zu geringer Nachfrage ist sie auf einer verzweifelten Aufholjagd." Also gilt es, das Bedürfnis nach mobilen Hochgeschwindigkeitsnetzen bei der breiten Masse zu wecken.