Hutchison zieht sich aus Konsortium mit E-Plus zurĂĽck

Hutchison ist die deutsche UMTS-Lizenz zu teuer und zu klein, seine Anteile an dem Konsortium ĂĽbernimmt KPN Mobile.

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  • Christian Rabanus

Kaum stehen die Lizenzinhaber nach der UMTS-Auktion in Mainz fest, lösen sich die ersten Bieter-Konsortien auf: Der in Hongkong ansässige Konzern Hutchison Whampoa, der in den letzten Monaten mit Macht auf den europäischen Telekommunikationsmarkt drängte, hat überraschend die Kooperation mit E-Plus beendet. Hutchisons Anteile an dem Konsortium übernimmt die niederländische E-Plus-Mutter KPN Mobile.

Canning Fok, Chef von Hutchison, begründete diesen Schritt damit, dass die Kosten für die Lizenz höher seien, als Hutchison eingeplant hatte. Außerdem sei eine kleine Lizenz für Hutchison nicht ausreichend. E-Plus/Hutchison hatte gestern eine der sechs kleinen UMTS-Lizenzen ersteigert. Das Konsortium muss dafür 16,42 Milliarden Mark bezahlen. E-Plus und Hutchison wollten in Deutschland jeweils separat UMTS-Dienstleistungen anbieten.

An den Telekommunikationsplänen für Europa – erst kürzlich hatte Hutchison die unternehmerische Führung im UMTS-Konsortium Andala in Italien übernommen – halte der Konzern aus Asien aber weiter fest, sagte Fok. Der Chef von KPN Mobil, Diederik Karsten, zeigte Verständnis für den Schritt von Hutchison. Die Zusammenarbeit mit Hutchison sei im Blick auf den Erwerb einer großen Lizenz vereinbart worden. Jetzt werde man zusammen mit dem zweiten E-Plus-Gesellschafter, der amerikanischen Gesellschaft BellSouth, die 22,5 Prozent der Lizenzsumme übernehmen werde, und der an KPN Mobile beteiligten japanischen Mobilfunkgesellschaft NTT DoCoMo ohne Unterstützung aus Hongkong ein UMTS-Netz aufbauen. (chr)