Google stockt Spenden für Flüchtlinge auf
Jede Spende an Ärzte ohne Grenzen, International Rescue Committee, Save the Children und UNHCR, die über Google eingereicht wird, will der Konzern verdoppeln – bis zu 10 Millionen Euro.
Flüchtlinge auf dem Weg zur österreichischen Grenze
(Bild: dpa)
Google belässt es nicht bei seiner Ankündigung, eine Million Euro für Flüchtlinge zu spenden. Das Unternehmen hat nun angekündigt, alle Spenden von Außenstehenden zu verdoppeln, bis 10 Millionen Euro erreicht sind. Gebewillige können ihren Betrag auf einer eigens eingerichteten Website in Stufen von 5 bis 200 Dollar aussuchen. Dafür nötig ist eine Kredit- oder Debitkarte.
Die Spenden sollen unter vier gemeinnützigen Organisationen aufgeteilt werden, die Flüchtlingen helfen: Ärzte ohne Grenzen, International Rescue Committee, Save the Children und UNHCR, schreibt die Google-Mitarbeiterin Rita Masoud, die selbst einmal auf der Flucht war.
Bund will Ländern helfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unterdessen nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten im Kanzleramt angekündigt, dass der Bund die Verteilung der Menschen auf einzelne Bundesländer gemeinsam mit den Ländern managen will. Außerdem sei der Bund bereit, 40.000 Plätze zur Erstaufnahme zur Verfügung zu stellen. Auch sollen Merkel zufolge Verteilzentren geschaffen werden.
Nach Deutschland hat derweil auch Österreich wieder Kontrollen an seinen südlichen und östlichen Grenzen eingeführt. Damit reagiert das Land auf den Andrang von Flüchtlingen, der sich wegen der harten Linie Ungarns in den vergangenen Tagen noch einmal erheblich verstärkt hatte. Kontrolliert werden soll demnach an der ungarischen, der italienischen, der slowenischen und der slowakischen Grenze des Landes.
Bühne für Hass
Im Zusammenhang mit massiven Hassbotschaften auch vor dem Hintergrund der Fluchtwelle verlangt derweil Bundesjustizminister Heiko Maas von Facebook, strafrechtlich relevante Kommentare zu löschen. Facebook hat angekündigt, etwas unternehmen zu wollen – aber nichts Konkretes.
"Facebook ist in hohem Grad selbstreguliert. Das bedeutet, dass Nutzer Inhalte selbst melden können, die sie als bedenklich oder anstößig empfinden", sagt eine Facebook-Sprecherin. Neben jedem Bild und jeder Meinungsäußerung können Nutzer auf einen Button klicken und den Inhalt melden. (mit Material der dpa)
Siehe dazu auf Telepolis:
- Flüchtiges Spätsommermärchen – "Refugees Welcome" – gleichzeitig werden Flüchtlingsunterkünfte angegriffen und der Mob tobt sich mit verbaler Gewalt im Netz aus.
(anw)