Ökonom: Die Singularität ist (noch) nicht nah

Werden Maschinen die Menschheit abhängen? In der Wirtschaft könnte das auf unendliches Wachstum hinauslaufen, doch ein bedeutender Volkswirt sieht erst wenige Anzeichen dafür.

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Großstadt

(Bild: Davide D'Amico / Flickr / cc-by-sa-2.0)

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Von
  • Sascha Mattke

Der angesehene US-Ökonom William D. Nordhaus hat untersucht, ob Hoffnungen auf unbegrenztes Wirtschaftswachstum dank superintelligenter Maschinen realistisch sind. Sein Ergebnis: Wenn sich aktuelle Trends fortsetzen, können wir erst in frühestens etwa 100 Jahren mit etwas Derartigem rechnen. Das berichtet Technology Review online in "Auf dem Weg zur wirtschaftlichen Singularität?".

"Singularität" bezeichnet in der Physik lose gesagt einen Punkt, an dem die üblichen Regeln nicht mehr gelten, etwa in einem Schwarzen Loch. Informatiker und Futuristen benutzen den Begriff für den Punkt, ab dem die Intelligenz von Computern die von Menschen erreicht und übertrifft. Auch manche Ökonomen haben ihn sich schon zu eigen gemacht. Für Nordhaus ist die wirtschaftliche Singularität erreicht, wenn Fortschritte aus der IT exponentielles, sich selbst tragendes Wachstum auslösen.

Allerdings weist er darauf hin, dass wirtschaftliche Singularität selbst dann noch nicht gegeben wäre, wenn sie technisch erreicht ist: "Die Wirtschaft kann nicht allein mit Bits funktionieren, weder auf der Nachfrage- noch auf der Angebotsseite." Nordhaus entwickelt deshalb sieben Tests zur Überprüfung, ob in der Wirtschaft ein Trend zur Singularität zu erkennen ist. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Doch immerhin sei mit den Tests jetzt regelmäßig überprüfbar, ob und wie schnell sich die Entwicklung fortsetzt.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)