Forschung trifft Filmidee
Gewinner des Ig-Nobelpreises feiern sich für die Ehrung. Könnte von dem positiven Image der Auszeichnung auch ein anderer Anti-Preis profitieren?
Gewinner des Ig-Nobelpreises feiern sich für die Ehrung. Könnte von dem positiven Image der Auszeichnung auch ein anderer Anti-Preis profitieren?
Zwischen Papierfliegern, einem Schiedsrichter mit Stoppuhr und Trillerpfeife sowie Blumentöpfen hat vor ein paar Tagen das wissenschaftliche Satiremagazin Annals of Improbable Research wieder die Ig-Nobelpreise vergeben. Als eine Art Anti-Nobelpreis ehrt die Auszeichnung Leistungen von Forschern, die "Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen." Schon allein diese Herangehensweise finde ich vorbildlich, weil das Forschungsfeld auf einer emotionalen Ebene betrachtet wird, ohne den Forschungsgedanken an sich zu diskreditieren.
Die Auszeichnung ist für die Wissenschaftler dabei keine Schande, auch wenn es das Wortspiel mit dem Namen des Preises nahelegen könnte ("ignoble" – zu deutsch: unwürdig). Nicht zuletzt die ausgelassene Stimmung bei der Verleihung in der renommierten Harvard-Universität in Cambridge trägt dazu bei. Und dank der medialen Berichterstattung erreichen die zehn ausgezeichneten Forschergruppen mit ihren waghalsigen/abseitigen/investigativen Themengebieten eine breite Öffentlichkeit. In der Liste der Anti-Preise nimmt der Ig-Nobelpreis damit eine besondere Stellung ein.
Schwieriger hat es meiner Ansicht nach die "Goldene Himbeere". Die Auszeichnung gilt als der Anti-Oscar und prämiert besonders schlechte Leistungen im Filmgeschäft. Vom schlechtesten Film über das schlechteste Leinwandpaar bis hin zu den schlechtesten Spezialeffekten werden die Kategorien besetzt. Die Auszeichnungen werden hingegen selten von den Preisträgern (zum Beispiel Halle Berry oder Sandra Bullock) entgegen genommen, man schämt sich in Hollywood. Doch das muss nicht sein, ein wenig Bekenntnis zu Selbstironie nach dem Vorbild des Ig-Nobelpreises kann nicht schaden. Deswegen schlage ich ein kleines Mash-up vor, bei dem die Wissenschaft dem Kino auf die Beine hilft.
Orientiert an den diesjährigen Gewinnern des Ig-Nobelpreises stelle ich deshalb folgende Film- und Besetzungsideen honorarfrei zur Verfügung:
- "Der Bienenmann", Drama – Sylvester Stallone (Mehrfach-Preisträger der Goldenen Himbeere als schlechtester Schauspieler) lässt sich von Honigbienen in 25 Körperstellen stechen. Der Versuch, eine Schmerzkarte zu erstellen, misslingt: Er fühlt keinen Schmerz.
- "Not so Lost in Translation", Dokumentation – Adam Sandler (Mehrfach-Preisträger der Goldenen Himbeere als schlechtester Schauspieler) reist um die Welt und erzählt den verschiedensten Sprachgruppen Dinge aus seinem Leben. Im Zusammenschnitt gibt es dann deren einheitliche Reaktion: „Hä?“.
- "Liebe geht unter die Haut", Romantik-Komödie – Sharon Stone (zwei Mal Preisträgerin der Goldenen Himbeere als schlechteste Schauspielerin) ist auf der Suche nach ihrem Traum-Mann, ist aber gehemmt durch ihre Neurodermitis. Happy End: Kuss mit Mr. Right und die roten Pusteln verschwinden.
Hollywood, auf geht’s! (jle)