AOL verklagt Pornoanbieter wegen Spamming
AOL hat eine Klage gegen Cyber Entertainment Networks eingereicht und wirft dem Pornoanbieter vor, Webmaster bewusst zum Absenden von Werbe-E-Mails zu animieren.
Der US-amerikanische Onlinedienst AOL hat in in Virginia eine Klage gegen Cyber Entertainment Networks (CEN) eingereicht. Darin wirft AOL dem Anbieter von pornografischen Bildern und Texten vor, Webmaster anderer Sites fĂĽrs Absenden unerwĂĽnschter Werbe-E-Mails ("Spamming") zu bezahlen.
CEN versucht wie viele anderen Anbieter von "Adult Content", Besucher durch so genannte Partnerprogramme auf seine Seiten zu locken. Webmaster anderer Sites erhalten hierbei eine Provision fĂĽr jeden Surfer, der von ihnen direkt zu CEN surft. Der Streit geht nun darum, ob CEN die Partner bewusst dazu animiert, auch mit Werbe-E-Mails die Surfer zum Besuch der Sites zu animieren.
Die "Spam Policy", zu der sich CEN verpflichtet, ist eindeutig: "Wir profitieren nicht wissentlich von Werbe-E-Mails." Das freilich sehen die Anwälte von AOL ganz anders. In der Klageschrift werfen sie dem Pornobildchen-Anbieter vor, sich mit seinen Partnern regelrecht "konspirativ" zusammenzutun. AOL halte seine Klage für richtungsweisend, weil damit endlich "eine Haftung der Porno-Website-Betreiber für die indirekt von ihnen verursachten Spam-E-Mails" festgeschrieben werden könnte, erklärte AOL-Sprecher Nicholas Graham.
Die Klage sieht vor, dass CEN künftig für jede Spam-Mail, die auf eines seiner Angebote hinweist, 10 US-Dollar Strafe zahlen soll. Sie stützt sich insbesondere auf den Virginia Computer Crimes Act und auf den Federal Computer Fraud an Abuse Act. Spamming werde immer komplexer, sagte Graham. "Aber wir werden gegen Spam, egal in welcher Form oder Ausprägung, weiter auf der Jagd sein und entsprechende Anti-Spamming-Gesetze konsequent einsetzen." AOL hat seit 1996 bereits 12 Klagen gegen Spam-Mail-Absender geführt. (hob)