VATM: Lockerung des Telekom-Ordnungsrahmens birgt Gefahren

Trotz ihrer marktbeherrschenden Stellung soll die Deutsche Telekom bald nicht mehr verpflichtet sein, ihre Endkundenpreise vorab kontrollieren zu lassen.

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Trotz ihrer marktbeherrschenden Stellung soll die Deutsche Telekom bald nicht mehr verpflichtet sein, ihre Endkundenpreise vorab kontrollieren zu lassen. Das geht aus einer Stellungnahme der Bundesregierung zum Bericht der Monopolkommission und der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hervor. Demnach würde eine Änderung des Ordnungsrahmens zwar nicht kurzfristig, aber für die Jahre 2002 oder 2003 zu der Möglichkeit für die Deutschen Telekom führen, ihre Preise ohne größere Kontrolle oder Genehmigungsverfahren festlegen zu können.

"Eine nachträgliche Preiskontrolle wäre aber eine offene Einladung zu weiteren Dumping-Preisen, die bekanntlich im Markt nur schwer korrigiert werden können," erklärte nun Joachim Dreyer, Präsident des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Solange die Wettbewerber auf die Netze der Deutschen Telekom angewiesen seien, könne sie die Kosten ihrer Wettbewerber bestimmen und damit die Endkundenpreise kontrollieren.

Wie gefährlich diese Entwicklung sei, zeige der Versuch der Telekom, sich der Preisgenehmigung im Raum Berlin zu entziehen, meint der VATM. Dort behauptet das Unternehmen, nicht mehr marktbeherrschend zu sein. Faktisch habe die Telekom aber auch im Raum Berlin im Ortsnetz einen Marktanteil von 97 Prozent.

Ein anderes Beispiel ist der hart umkämpfte Internet-Markt. In diesem Bereich müssen Mitbewerber hohe Durchleitungsgebühren an die Telekom zahlen, um ihre Dienste über Modem- oder ISDN-Verbindungen den Endkunden anbieten zu können. (dz)