Fairphone 2: 15.000 Vorbesteller für modular aufgebautes, fair hergestelltes Smartphone

Das Fairphone 2 ist modular aufgebaut, unter anderem können Kamera und Bildschirm leicht ausgetauscht werden. Ein Blick auf den Prototypen des neuen, möglichst nachhaltig produzierten Smartphones.

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Fairphone 2

(Bild: c't)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Achim Barczok
Inhaltsverzeichnis

Fairphone hat sein Crowdfunding-Projekt für das zweite Fairphone erreicht. Bis Ende September hatte sich das Start-up ein Ziel von 15.000 Vorbestellungen für das möglichst nachhaltige Smartphone ausgerufen, inzwischen sind laut Fairphone über 15.400 Bestellungen eingegangen.

Mit dem Erreichen der Marke erhofft sich Fairphone, finanziell unabhängig zu bleiben und das Projekt komplett über die Community zu finanzieren. Mit dem gesammelten Geld könne Fairphone nun die notwendigen Teile für die ersten Smartphones bezahlen und den Startschuss für eine kontinuierliche Produktion geben, heißt es im Firmenblog.

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Das Fairphone kostet in der Crowdfunding-Phase 530 Euro, die bis zum 30. September eingegangenen Bestellungen sollen eine "Special Edition" des Smartphones mit einer Widmung des Teams bekommen. Ausgeliefert werden sollen die ersten Fairphones im November.

Vor zwei Wochen hatte Fairphone bereits die Produktionskosten des Fairphone 2 detailliert aufgeschlüsselt, ein ungewöhnlicher Schritt unter Smartphone-Herstellern. Demnach kostet die Produktion des Geräts etwa 340 Euro, 118 Euro gehen für Steuern und Händlermargen ab. Nach Abzug für weitere Kosten wie für Design und Entwicklung bleiben etwa 9 Euro für das Start-up übrig, die als Rücklagen für unerwartete Kosten dienen oder in soziale Projekte gesteckt werden sollen.

Fairphone - Prototyp ausprobiert (10 Bilder)

Fairphone 2 in Einzelteile zerlegt
(Bild: c't)

Einen ersten Prototyp des Smartphones konnte c't bereits ausprobieren und auseinanderschrauben: Das Fairphone 2 ist modular aufgebaut, unter anderem können Kamera und Bildschirm leicht ausgetauscht werden. Am Prototypen gelang das Auseinanderschrauben und vor allem auch das wieder Zusammensetzen sehr gut.

Die Rückseite ist eine Art dickeres Bumper-Gehäuse, mit dem das Smartphone auch kleinere Stürze überstehen soll; einige Ausflüge auf einen Steinboden überstand der Prototyp damit jedenfalls. Allerdings machen die in verschiedenen Farben erhältlichen Rückseiten das Smartphone auch ziemlich dick, sodass es im Vergleich zu ähnlich teuren Highend-Geräten eher bullig wirkt. Inklusive Bumper-Gehäuse soll das Smartphone 168 Gramm wiegen.

Technisch ist das Smartphone gut ausgestattet, kommt aber nicht an die Highend-Klasse für ähnliche Preise heran: Ein Vierkern-Prozessor von Qualcomm ist eingebaut (Snapdragon 801), der 32-GByte-Speicher lässt sich per Micro-SD-Karte erweitern. Das Fairphone 2 hat einen Dual-SIM-Kartenslot und unterstützt LTE Cat. 4 (150 MBit/s Download). Das 5-Zoll-LC-Display löst mit Full HD auf.

Das neue Fairphone 2 wird mit Android 5.1 ausgeliefert, das auf dem Testgerät bereits gut lief. Es soll ein bisschen Zusatz-Software wie beim ersten Gerät geben, zum Beispiel den leicht angepassten Launcher. Außerdem sind dieses Mal Google-Apps wie der Play Store und Play Music vorinstalliert.

Fairphone verspricht sich von der Kombination aus relativ aktuellem Android, Highend-Hardware und Qualcomm-Chipsatz, länger als beim Vorgänger Android-Updates anbieten zu können. Außerdem arbeitet das Start-up derzeit daran, auch alternative Betriebssysteme oder CustomROMs auf das Fairphone zu bringen – die könnten dann beispielsweise nachträglich als Image installiert werden. (acb)