COS-Konzern schließt 2006 mit erwartetem Verlust ab
Die Schweizer COS Holding muss in dem von einer radikalen Restrukturierung gekennzeichneten Geschäftsjahr 2006 einen Konzernverlust von gut 27 Millionen Schweizer Franken hinnehmen.
Bei einem Umsatz von 151,8 Millionen Schweizer Franken (CHF) verzeichnet die COS Computer Systems AG Baden im Geschäftsjahr 2006 einen Konzernverlust von 27,1 Millionen CHF und bleibt damit im Rahmen früherer Ankündigungen. Kurt Früh, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der COS-Gruppe, hatte im vergangenen Jahr einen radikalen Umbau des Konzerns eingeleitet.
COS hatte sich von zahlreichen Tochtergesellschaften getrennt. Insbesondere aus dem defizitären Distributionsgeschäft zog sich die Holding nahezu komplett zurück. Dem Verkauf der Schweizer COS Distribution AG folgte zum Jahresende die Trennung von sämtlichen deutschen Großhandelsgesellschaften. Im Verlauf des Jahres hatte die Holding auch die im Bereich Systemintegration aktiven Tochterunternehmen COS Concat in Deutschland und der Schweiz abgegeben.
Allein der profitable Speichergroßhandel COS Memory AG ist in der Holding verblieben. Er soll auch die Basis für die Neuausrichtung des Konzerns bilden. Kurz vor der CeBIT kündigte Verwaltungsratspräsident Früh dann die Übernahme des Speicherspezialisten Swissbit an. Durch die Verschmelzung beider Unternehmen wolle sich die COS Holding zu einem Komplettanbieter im Bereich Speicher entwickeln – von der Produktion bis zum Vertrieb in alle wichtigen Kundensegmente.
Die umfangreiche Bereinigung des Beteiligungsportfolios der COS Holding hat zu einem deutlichen Rückgang der Bilanzsumme um 60 Prozent auf knapp 70 Millionen CHF geführt. Aufgrund des hohen Verlustes sank das Eigenkapital von 58,9 auf 32,8 Millionen CHF. Die Eigenkapitalquote kletterte in der Folge von 33,3 auf 47,1 Prozent. Durch die Neuausrichtung mit Fokus auf das Speichergeschäft sieht Verwaltungsratspräsident Früh COS jedoch gut gerüstet: "Trotz weltweit erhöhten Produktangeboten und weiterhin sinkenden Preisen schätzen wir die Absatzchancen der COS Memory für die Zukunft optimistisch ein. Die Auswirkungen der Einführung der neuen Betriebssystem-Software Windows Vista auf den Absatz von DRAM-Speichermodulen sowie die allgemeine Entwicklung im Flash-Speicherbereich werden von uns wie auch von unabhängigen Analysten positiv beurteilt." (map)