ESA-Sonde Rosetta: Komet entstand einst durch eine Kollision
Seit es die ersten scharfen Fotos des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gibt, rätselten Wissenschaftler darüber, wie er zu seiner auffallend zweigeteilten Form gekommen ist. Dank der Arbeit von Rosetta konnten sie diese Frage nun beantworten.
Verschiedene Computermodelle erlaubten einen Blick in die Vergangenheit des Kometen.
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015))
Rosettas Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko entstand einst durch die langsame Kollision zweier Himmelskörper. Das haben Forscher herausgefunden und damit das Rätsel um die überraschende Form des Kometen "Tschuri" gelöst, den die ESA-Sonde seit mehr als einem Jahr umkreist. Für dessen auffallende Zweiteilung hatten sie bis dahin zwei Erklärungsversuche: Neben der vermuteten Kollision war auch überlegt worden, ob lokale Erosion den "Hals" zwischen beiden Teilen geformt haben könnte. Anhand der hochauflösenden Fotos der ESA-Sonde Rosetta konnten sie diese Frage im Magazin Nature nun beantworten.
Ein Komet aus der Nähe (23 Bilder)

Mehr als Indizien
Unter der Leitung von Matteo Massironi von der Universität von Padua (Italien) haben Wissenschaftler die Ausrichtung verschiedener Strukturen des Kometen verglichen. Mit 3D-Modellen wurde dafür auch simuliert, wie die unter der Oberfläche aussehen. Rasch habe sich dabei herausgestellt, dass sich die Strukturen jeweils um die beiden Teile des Kometen gruppieren. Vor allem an dem Verbindungsstück zeigen die Strukturen außerdem in entgegengesetzte Richtungen.
Eine Untersuchung des Verhältnisses von lokaler Gravitation zur Ausrichtung bestimmter Charakteristika habe dieses erste Ergebnis dann bestätigt. Hier habe sich ebenfalls gezeigt, dass die beobachteten Strukturen zu zwei unabhängig voneinander entstandenen Kometen passen. Da die beiden Teile aber insgesamt sehr große Ähnlichkeiten aufweisen, gehen die Forscher davon aus, dass sie durch den gleichen Prozess entstanden sein dürften. Irgendwann müssen sie dann sehr langsam kollidiert sein, sonst wäre ihre jeweilige Struktur nicht so gut erhalten geblieben. (mho)