Motorola-Modems der 3400er Serie

Zwei Monate ist es her, da präsentierte Motorola mit den Prototyp-Modems 3400 Pro und 3400 Online Trumpfkarten für das Low-Budget.

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Den aktuellen Modemmarkt kennzeichnen Lieferschwierigkeiten hüben wie drüben. Rockwell bedient seine Abnehmer nur zögerlich mit V.34-Chipsätzen. Motorola fehlt es an peripheren Bauteilen, so daß man der Nachfrage nach dem schon unter 400 Mark gehandelten 3400 Pro kaum hinterherkommt. Immerhin, bis Jahresende will man eine fünfstellige Stückzahl ausgeliefert haben.

Kurzzeitig sah die Zukunft der 3400er Modelle düster aus (Pro und Online, die sich lediglich in der Softwarebeilage unterscheiden). Die ersten 400 BZT- zugelassenen Exemplare blieben hinter der Leistung der Prototypen zurück [1] und gingen sogar mit deftigen Fehlern über den Ladentisch. So vergaßen manche Exemplare die Einstellungen der Register und benötigten per ATZ&F einen ‘Refresh’.

Die ROM-Version vom 06/26/95 wählt dagegen nicht, wenn man zuvor mittels ATZ initialisiert. Findige Leser kamen zwar auf die Notlösung AT&FD, und der Hersteller hatte das Kommando ATZS46.1=1 parat. Doch mußte Motorola Umtausch einräumen, denn der Fehler war aufgrund fest verlöteter Firmware nicht zu beheben. Zu allem Überfluß verweigerten manche Händler die Rücknahme. Motorola nimmt für diesen Fall Beschwerden unter der Rufnummer 0 61 51/8 80 70 an. Exemplare ab Datecode 3695 weisen diesen Fehler nicht mehr auf.

Daneben versorgten findige Händler manche ungeduldigen Interessenten mit dem äußerlich identischen, aber nur in den USA zugelassenen PowerClass- Modell. Da es über Flash-ROMs verfügt, läßt sich die Firmware per Software updaten. Die gibt es auf Motorolas Web-Server. Mittlerweile ist die Entwicklung beim 3400er Modell fortgeschritten. Mehrere, aus verschiedenen Quellen beschaffene BZT-zugelassene Muster, die jeweils mit der ROM-Version vom 08/30/95 ausgestattet waren, zeigten nur geringfügig schwächere Leistung als die Prototypen.

Ganz ohne Makel sind auch diese Geräte nicht. So führt die Diskettenaufschrift ‘a:setup from the prompt’ in die Irre, da sie fälschlicherweise ein DOS-Programm suggeriert. Des weiteren erscheint die Übersetzung der Erläuterungen zum Programm wegen diverser Tippfehler wie etwa ‘Könfiguration’ übereilt gemacht. Das Handbuch macht einen durchwachsenen Eindruck, da es manche der fortgeschrittenen Kommandos nur auflistet.

Wären es nur solche Schönheitsfehler, könnte man angesichts verbesserter Firmware beide Modelle ohne Nachdenken empfehlen. Gerade die hohe Übertragungsleistung sowie die umfangreichen Softwarebeigaben des Online- Modells locken viele Internet-Einsteiger zu Recht. Wer jedoch auf die Klasse-2- Steuerung bei der Faxkommunikation oder den V.34bis-Upgrade wartet, kann diese Hoffnungen mangels gesockelter EPROMs begraben. Wenn alles glatt geht, soll Anfang 96 das BZT-zugelassene PowerClass diese Lücke füllen. (dz) (dz)