Zettelwirtschaft ade!

In einer immer komplexer werdenden Welt sichert eine exakte Planung den Unternehmenserfolg und hilft, in den heißen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Volker Jungbluth

Nie kommt es, wie man denkt. Unvorhergesehene Ereignisse verlangen nach flexibler Organisation. Projektplaner versprechen, den Termindruck zu mindern. Komplexe Projekte kann man mit PowerProject 3.1 Schritt für Schritt in überschaubare, hierarchisch gegliederte Ablaufstrukturen aufsplitten. Dies ermöglicht eine gleitende Planung. Die Daten werden in erster Linie grafisch erfaßt: Projektvorgänge kann man via Maus direkt in den Plan einzeichnen. Problemlos lassen sich einzelne Vorgänge miteinander verknüpfen, deren Dauer bestimmen und bei Bedarf verschieben. Die Planung kann auf sogenannte Segmente heruntergebrochen werden, von denen bis zu 127 Stück in einer Zeile des Balkendiagramms stehen können. Dies führt einerseits zu einer übersichtlichen Gestaltung, andererseits erleichtert es die Darstellung und das Erkennen hintereinander ablaufender Vorgänge. PowerProject unterscheidet zwischen Arbeitsmitteln und Verbrauchsgütern und unterstützt fixe Kosten sowie variable Kosten für Einsatzmittel. Die für das Bauwesen geeignete Version 3.1 enthält zwei wesentliche Neuerungen: Die Darstellung frei definierbarer Spalten neben dem Balkenplan ermöglicht die Ausgabe zusätzlicher Informationen, wie etwa beteiligte Unternehmer. Zudem wurde die Druckfunktion verbessert. Mit dem optionalen Programm PowerConnect steht eine Schnittstelle von PowerProject zu AVA- und Kalkulationssystemen bereit.

Bis zu 10.000 Vorgänge je Projekt lassen sich mit SureTrak 1.5 verwalten. Seine optimale Leistung entfaltet das Programm jedoch in einem Bereich von maximal 1000 Vorgängen. Diese können mit 24 frei wählbaren Vorgangsschlüsseln klassifiziert werden, um beliebige hierarchische oder freie Strukturen abzubilden. Für eine detaillierte Terminplanung stellt die Software vier Anordnungsbeziehungstypen (Ende/Anfang = EA, AA, EE, AE), Zeitabstände, Randbedingungen und mehrere Vorgangstypen bereit. Neben kapazitäts- und aufgabenorientierten Vorgängen unterstützt SureTrak teamorientierte Vorgänge. Die Option ist nützlich für die Terminierung von Vorgängen, deren Einsatzmittel nicht unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Auch die Kapazitätsplanung und -kontrolle ist flexibel: SureTrak bietet individuelle Kalender, variable Verfügbarkeiten sowie eine Nivellierung nach benutzerdefinierten Prioritäten. Mittels der Was-wäre-wenn-Analyse lassen sich im Laufe der Planungsphase unterschiedliche Varianten durchspielen. Da SureTrack und Primavera das gleiche Dateiformat verarbeiten, lassen sich Daten zwischen beiden Anwendungen austauschen. Dadurch eignet sich SureTrak auch für die dezentrale Erfassung von Ist-Daten.

Hinter dem 139 DM teuren Time Line light verbirgt sich nichts Geringeres als die Version 1.0, die vor einigen Jahren erhältlich war. Bis zu 8000 Vorgänge lassen sich einplanen. Die Strukturierung erfolgt durch das Ein- und Ausrücken der Vorgänge innerhalb der Balkenplanansicht, die nicht in vernetzter Form bereitsteht. Um eine logische Reihenfolge zwischen den Projekttätigkeiten herstellen zu können, stehen dem Anwender vier Anordnungsbeziehungen (AA, EA, EE, AE) und mehrere Termineinschränkungstypen zur Verfügung. Wenn die Dauer eines Projektes von der Anzahl der zugewiesenen Einsatzmittel abhängt, kann Time Line light die Zeit nach dem zugewiesenen Ressourcenaufwand berechnen. Bei dauergesteuerten Vorgängen bleibt die eingegebene Zeit konstant &endash; unabhängig von der zugewiesenen Ressourcenanzahl. Urlaubs- und Krankheitstage können durch die bereitgestellten Kalender ebenso berücksichtigt werden wie fixe und variable Kosten. Zur Beseitigung auftretender Einsatzmittelkonflikte kann man auf eine automatische Ausgleichsfunktion zurückgreifen.

Microsofts MS Project 4.1 steht seit kurzem in einer 32-Bit-Version für Windows 95 bereit. Während sich die Funktionalität im Bereich des Ressourcen-, Kosten- und Terminmanagements im Vergleich zur Version 3.1 nicht geändert hat, wurden die Workgroup-Möglichkeiten verbessert. Nach wie vor können Projektleiter via EMail Rückmeldedaten der Mitarbeiter anfordern. Nun aber ist es möglich, direkt aus einem MAPI-Adreßbuch Mitarbeiter auszuwählen, um diese einem Projekt zuzuweisen. Zudem lassen sich im Adreßbuch jetzt auch detaillierte Informationen über Projektmitarbeiter festhalten. Besitzen die betreffenden Rechner ein Modem, kann der Mitarbeiter auf Mausklick angerufen werden. Neu hinzugekommen ist auch die ODBC-Unterstützung. Wer nicht mit den Fachausdrücken des Projektmanagements vertraut ist, wird sich darüber hinaus über den Hilfe-Assistenten freuen.(mr) (ha)