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Textbasierte Internet-Homepages sind out, Outing per Fotoalbum ist in - da muĂź ein Scanner her. Auch den Profis hatte die CeBIT Neues zu bieten. Im Markt tobt der Preiskrieg.

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Von
  • Arno Kral

Erst wenn der letzte Baum abgeholzt und das letzte Blatt Papier bedruckt ist, werdet Ihr merken, daĂź - die Fiktion vom papierlosen BĂĽro Wirklichkeit geworden ist. Wer Informationen bewahren will, die heute noch in gedruckter Form vorliegen, hat keine andere Wahl, als sie rechtzeitig in Daten zu wandeln. Die Chancen stehen gut, denn Scanner werden immer besser und billiger.

Mit einem Paukenschlag eröffnete Linotype Hell auf der CeBIT eine neue Runde im Scanner-Preiskrieg: Über das Vobis-Filialnetz vertreibt die aus der Durckvorstufe bekannte Firma den DIN-A4-CCD-Flachbettscanner HS 5c zum Preis von 1700 Mark. In einem Durchgang (One-Pass) liest das Gerät DIN-A4-Vorlagen in einer optischen Auflösung von 600 ¥ 1200 dpi ein. Die Scan-Geschwindigkeit beträgt bei 300 dpi Auflösung rund 50 Sekunden für eine DIN-A4-Seite. Der HS 5c läßt sich in den Modi 24-Bit- Farbe oder 256 Graustufen betreiben. Die Anbindung an den PC erfolgt per SCSI-II-Schnittstelle und Twain-Treiber. Die 32-Bit-Scannersoftware `ColorFactory' für Windows 95 übernimmt Farbmanagement und Vorlagensteuerung. Die Bildbearbeitungssoftware `Picture Pulisher 6.0' und die OCR-Software `Textbridge' vervollständigen das Paket.

Der ScanJet 4p von Hewlett-Packard braucht in 300 dpi Auflösung ganze 15 Sekunden für ein Farbfoto, doppelt so schnell verarbeitet er eine Schwarzweißvorlage. Dem Scanner liegt unter anderem die Textverarbeitungs- und Archivierungssoftware PaperPort 3.0 bei, eine integrierte OCR-Software und eine Softwareanbindung an EMail und PC-Faxlösungen. HP Picture Scan und ein Image-Editor zum Scannen und Bearbeiten von Farbbildern runden die Softwarepalette ab. Die Macintosh-Version bereichert der Adobe Photoshop LE, die Windows- Version das OLE-fähige Photo Paint Select 3.0 von Corel. Der Preis liegt bei 1100 Mark. Auch der Profiscanner Saphir von Linotype Hell läuft dank `ColorFactory' jetzt sogar an Windows-PCs, für Macintosh-User liegt das Photoshop-Plug-In `Scan Lite' bei. Dieses Gerät bietet Linotype jetzt als LinoMed-Lösung unter dem Namen Saphir X-Ray Ärzten, Zahnärzten und Biowissenschaftlern an. Mit integrierter Durchlichteinheit scannt der Saphir X-Ray Röntgenbilder vom Klein- bis DIN-A4-Format (und natürlich auch normale Vorlagen). Grau- und Farbbildvorlagen digitalisiert er 12 respektive 3 x 165; 12 Bit tief und differenziert einen optischen Dichtebereich bis 3,3 D. Die optische Auflösung beträgt 600 x 165; 1200 dpi. Zum Lieferumfang zählen: SCSI-2- Adapter, ICC-Profilsoftware, Adobe Photoshop, Xerox Textbridge und Schriftarten-CD. Der Preis stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest.

Der PowerLook2000 ist der erste Flachbett-Farbscanner von Umax mit einer optischen Auflösung von 1000 x 165; 2000 dpi. Die Farbauflösung von wahlweise 24 oder 36 Bit liefert einen Dichteumfang von bis zu 3.3 D. Mit dem 8000 Elemente umfassenden Farb-CCD erfaßt das Gerät Vorlagen in einem Durchgang (Single-Pass). Die lüfterlose Kaltlichtlampe sowie das Umax-Patent `Microstepping' sollen den PowerLook 2000 besonders geräuscharm machen. Die Verbindung zum PC oder Macintosh übernimmt eine SCSI- II-Schnittstelle (mit Unterstützung von Aspi-Controllern wie Adaptec oder Future Domain), ein Twain-Treiber liegt bei. Die Software `MagicScan' steuert die automatische Tonwertkorrektur - wichtig beim Stapelbetrieb - und bindet den Scanner über NetBIOS in Novell-, WfW- und Lan-Manager-Netzwerke ein. Für die Bildbearbeitung liefert Umax den Adobe Photoshop mit. Die Farbkalibrierung folgt dem Kodak Farbmanagement System (KCMS), eine Auswahl von Monitor- und Druckerprofilen sowie ein Umax-Scannerprofil gemäß ICC zählen zum Lieferumfang. Das Paket ergänzt ein Durchlichtaufsatz. Der Preis soll zwischen 7000 und 8000 Mark liegen.

Für rund 2900 Mark bietet Fujitsu den Scan-Partner 10C feil. Er scannt eine DIN-A4-Seite in 200 dpi in nur 5,1 Sekunden, woraus sich eine Scan-Leistung von zehn Seiten pro Minute ergibt; die maximale Auflösung beträgt 300 dpi. Der automatische Vorlageneinzug faßt 50 Blätter. Optional bietet Fujitsu eine rote Scan-Lampe an. Der Anschluß an PC oder Macintosh erfolgt über eine Twain-Schnittstelle. Für massives Scan-Aufkommen eignet sich der Fujitsu den A4-Scanner M39099. Er digitalisiert pro Minute 80 Seiten simplex und bis zu 65 Seiten duplex; die Auflösung beträgt 200 dpi. Der automatische Vorlageneinzug faßt 500 Seiten. Den Preis gibt Fujitsu mit rund 45 000 Mark an.

Endlich lieferbar ist der mit einem echtem Optik-Zoom ausstattete DIN-A3-Scanner Mirage D- 16L von Umax - er war erstmals auf der Drupa 95 zu sehen gewesen. Mit mehreren Linsen verarbeitet das Gerät sowohl Vorlagengrößen bis DIN A3 als auch einzelne Dias mit bis zu 800 dpi. Bei 400 dpi reicht die Skalierung in 1-Prozent-Schritten bis 1600 Prozent, in 800 dpi bis 1200 Prozent. Pro Pixel werden wahlweise 24 oder 30 Bit Information gewonnen, in Graustufen 8 respektive 10 Bit. Die Scan-Geschwindigkeit gibt Umax mit 5,4 Millisekunden (Graustufen) beziehungsweise 9,9 Millisekunden pro Zeile (Farbe) an. Eingebaut ist ein SCSI-II-Interface. Dem Listenpreis von 16 000 Mark steht ein Straßenpreis von 10 000 Mark gegenüber.

Mustek zeigte mit dem Paragon 600 II SP einen Single-Pass-Flachbettscanner mit einer optischen Auflösung von 300 x 165; 600 dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit pro Pixel (Farbe) oder 8 Bit pro Pixel (monochrom). Per SCSI-II-/Twain-Schnittstelle werden die Daten zu PC oder Mac übertragen. Die Scan-Geschwindigkeit gibt Mustek mit 3 Millisekunden pro Zeile an. Preis: 600 Mark.

Mikroteks CeBIT-Neuheit, der ScanMaker E6, arbeitet physikalisch mit einer Auflösung von 600 ¥ 1200 dpi in 30 Bit-Farbtiefe (3 ¥ 10 Bit, Graustufen: 10 Bit). Der Single- Pass-DIN-A4-Flachbettscanner wird mit Adaptec-SCSI-Controller und der Mikrotek-Software `Scan Wizard' geliefert. Optional sind ein automatischer Einzelblatteinzug und ein Durchlichtaufsatz erhältlich. Das Gerät kostet in der Grundausstattung weniger als 1000 Mark. Die Softwareausstattung variiert je nach Vertriebskanal. Schlanke 350 Mark kostet der PaperEASE von Primax, ein Scanner, der auch faxen, e-mailen, archivieren kann. Er verarbeitet bis zu zehn Vorlagen pro Minute in einer Auflösung von 300 dpi in 256 Graustufen. Die Vorlagengröße darf zwischen von 5 ¥ 7,5 cm bis 21,6 ¥ 35,5 cm liegen. Die Verbindung zum PC erfolgt über die parallele Schnittstelle. Per OCR-Software läßt sich eingescannter Text direkt in Dokumente am PC einlesen. Ohne Einzugsmechanik, aber mit einer Anlegeschiene arbeitet der mit 300 Mark sehr preiswerte Farb-Scanner ScanMan Color Pro von Logitech. Die Auflösung beträgt in Schwarzweiß 1600 dpi in 256 Graustufen und in Farbe 800 dpi in 16,7 Millionen Farbnuancen. Das Handgerät ist mit der Bildbearbeitungssoftware `ColorDesk Photo' und der OCR-Software `Omnipage direct for Logitech' ausgestattet, läuft unter Windows 3.11/95 und verarbeitet dank `Autostitch'-Funktion (automatisches Zusammenfügen mehrerer Scans) je nach Speicherausstatung des PC bis DIN-A3 große Vorlagen.

Selbst verzogene Dias liest der 35-mm-Fotoscanner LS-1000 von Nicon dank automatischer Fokussieroptik in bestmöglicher Qualität. Die Scan-Auflösung beträgt 2700 dpi, die Abtastung erfolgt mit 12 Bit pro Kanal; die Ausgangsdaten liegen in 8 Bit pro Kanal vor. Der LS-1000 liest sequentiell mit einem RGB-LED-Array als Lichtquelle und erreicht eine Scan-Geschwindigkeit von 40 Sekunden für Diapositive und 60 Sekunden für Negative. Die Datenübertragung zu PC oder Mac erfolgt per Twain/SCSI-II-Schnittstelle mit maximal 3 MByte pro Sekunde. Der Vorlagenhalter faßt 50 Dias. Der LS-1000 kostet knapp 4490 Mark.

Zum Einbau in einen PC-Laufwerksschacht (siehe S. 46) eignet sich der Scanrom Series von Artec Electronics. Das Single-Pass-Gerät verarbeitet mit einem Dreifarb-CCD Fotos, Negative und Diapositive sowie Röntgenfilm, Visitenkarten oder Briefmarken in einem Durchgang mit 3200 dpi. Die Vorlagengröße kann bis zu 6 ¥ 4 Zoll betragen. Die Scan- Geschwindigkeit liegt bei 35 Sekunden pro DIN-A6-Bild. Zur Bildbearbeitung liegt PhotoStacker Pro, zur Archivierung MediaHouse bei. Als externes Gerät erfordert diese Geschwindigkeit einen ECP/EPP-ParallelPort. Den Preis gibt Artec mit 690 Mark an. Richtung digitales Fotoalbum marschiert der EasyPhoto Reader von Primax. Er scannt Fotos und Dias - kurz Farb- oder Schwarzweißvorlagen - mit 600 dpi in 16,7 Millionen Farbnuancen. Die Software `ClearSCAN' zum Scannen, Retuschieren und Drucken liegt bei. Das Gerät wird über Twain-Treiber am Parallel-Port eines Windows-PC (ab 486- CPU) angeschlossen. Der Preis und der Lieferteermin standen bei Redaktionsschluß noch nicht fest.

Von Mikrotek stammt der Diascanner ScanMaker 35t plus. Seine optische Auflösung gibt der Hersteller mit 1950 dpi an, die Scan-Tiefe mit 30 Bit. Er arbeitet im Single-Pass-Verfahren unter der Mikrotek-Software `Scan Wizard' an einem mitgelieferten `SCSI-Protokoll-Adapter' für den AT-Bus an Windows- oder per SCSI-Kabel an Macintosh-Rechnern. Er liefert 24- Bit-RGB- oder 8-Bit-Monochrom-Dateien. Der Preis liegt bei 2500 Mark. (kr) (ole)