Info-Börse

Bereits zum zwölften Mal öffnete die Fach- messe zu den Themen Beschaffung, Archivierung und Vermittlung von Informationen in Frankfurt/Main ihre Pforten. Die Themengebiete reichten dabei von Wirtschafts-datenbanken, medizinischen und naturwissenschaftlichen Informationssystemen bis hin zu Datensammlungen für Bereiche wie Geschichte, Politik oder Tourismus.

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Von
  • Arno Puder

Unverkennbarer Schwerpunkt waren Online-Datenbanken, die über Netze ihre Dienste anbieten. Auf der Messe wurden über 2000 Datenbanken von 230 Aussteller aus 12 Ländern präsentiert. Die Modeschlagwörter Internet und World Wide Web waren zwar überall präsent, aber im Gespräch mit dem Standpersonal war schnell herauszuhören, daß dem Netz der Netze noch nicht sehr viel Vertrauen entgegengebracht wird. Einerseits sieht man seine Investitionen nicht ausreichend im Internet geschützt, andererseits möchte man sich von dem 'chaotischen Informationsangebot' des Internet distanzieren. Fernab der Hochglanzprospekte war denn auch wenig über aktuelle Themen wie JDBC (Java Data Base Connectivity) oder ECash (Electronic Cash) zu hören. Ob das Internet-Café 'CyberRyder' auf der Messe das Internet attraktiver gemacht hat, bleibt abzuwarten. Neben den Online Anbietern waren Netzbetreiber wie Eunet oder Telekom ebenfalls vertreten.

Der Trend der Informationsanbieter geht zweifelsfrei in Richtung Integration bestehender Datenbestände. Hierbei sollen bereits existierende, oft heterogenen Quellen in eine gemeinsame Datenbasis mit einheitlicher Oberfläche integriert werden. Einige Anbieter haben sich beispielsweise auf die Migration bestehender Datenbestände mit Lotus Notes spezialisiert. Lotus selbst war dieses Jahr zum ersten Mal auf der Messe vertreten.

Ein weiterer Schwerpunkt beschäftigte sich mit dem Thema 'Suche von Informationen'. Informationen sind in der Regel ausreichend vorhanden, allein der Zugriff auf das gewünschte Datum bereitet Schwierigkeiten. Was im Internet 'Würmer' und 'Spinnen' zu leisten versuchen, nannte sich auf der Infobase ein wenig vornehmer 'Dokumentation und Archivierungssysteme'. Diese Systeme sind speziell für den Einsatz in einem Firmennetzwerk konzipiert (den sogenannten Intranets) und verwalten die Informationen, wie sie beispielsweise im täglichen Leben in Form von Textverarbeitungsdokumenten anfallen. Die Suche reduziert sich hier allerdings in der Regel auf einen mehr oder weniger intelligenten Vergleich von Schlüsselwörtern.

Andere Anbieter versuchen der Komplexität der Online-Recherchen großer Datenbankanbieter Herr zu werden. Durch geeignete Benutzerschnittstellen können effizient Skripte formuliert werden, die den Verbindungsaufbau zu einer Datenbank mit anschließender Anfrage automatisieren. Dadurch wird die teure Online-Zeit drastisch reduziert. Obwohl sich diese Programme mittlerweile im Windows-95-Look&Feel präsentieren, sind sie für Laien nicht geeignet, da man für die Formulierung der eigentlichen Anfragen Fachkenntnisse benötigt.

Als Fazit kann man der Infobase nur ein großes Format bescheinigen. Die im Aufwind befindliche Fachmesse wird sich ohne Zweifel durch Synergieeffekte mit Netzanbietern in den nächsten Jahren weiteren Zuwachses erfreuen können. Interessant wird dabei sein, inwieweit das Vertrauen gegenüber dem Internet zunimmt. (jo) (jo)