Schulen ans Netz
Eine Meldung in eigener Sache: c't kündigt die Fertigstellung einer CD an, die kostenlos an Schulen abgegeben wird und für den Zugang zum Internet notwendige Software enthält. Es handelt sich dabei um ein Linux-System, das als Brücke zwischen dem Netzwerk der Schule und dem Internet dient. Das System läuft auf einem PC vom 386er (DX 33) mit 8 MByte RAM und 600 MByte Festplatte an aufwärts. Es läßt sich parallel zu bereits installierten Netzbetriebssystemen wie Novell NetWare oder Windows NT einsetzen, kann jedoch neben seiner Funktion als Kommunikations-Server auch Datei- und Druckdienste bereitstellen und damit alle Server-Aufgaben übernehmen. Dafür ist jedoch dann ein Pentium mit mindestens 16 MByte RAM (besser 32) Voraussetzung.
Steht kein Internet-Anschluß per Modem oder ISDN-Karte zur Verfügung, kann man die Dienste des Kommunikations-Servers (World Wide Web, EMail und News) auch autark im lokalen Netz nutzen (Intranet), um innerhalb der Schule WWW-Präsentationen oder Diskussionsforen zu realisieren.
Bei der Entwicklung des Systems war das Offene Deutsche Schulnetz (ODS) maßgeblich beteiligt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der einfachen Bedienbarkeit. Das Linux ist mit einer automatischen Installationsroutine versehen. Es verbirgt sich unter einer grafischen Oberfläche, die bei der Verwaltung (Einrichten des Internet-Zugangs, Anlegen neuer Schüler-Accounts etc.) nur sehr wenige, klar formulierte Abfragen macht. Der verantwortliche Lehrer muß also kein Linux-Spezialist oder Netzwerk-Profi sein.
Bei Problemen während der Installation leistet eine Hotline bei c't Abhilfe. Besteht anschließend Zugang zum Internet, bieten dort ein WWW-Server und eine moderierte News-Gruppe weitere Hilfe bei Detailproblemen, die sich anhand der mitgelieferten Dokumentation nicht lösen lassen. Wir übernehmen für das System eine lebenslange Garantie: Wer damit unzufrieden ist, kann die CD jederzeit ohne Angabe von Gründen gegen Erstattung des vollen Kaufpreises ;-) zurückgeben.
Die CD befindet sich derzeit im abschließenden Beta-Test und wird Ende November fertiggestellt sein. Interessierte Schulen richten bitte ihre schriftliche Bestellung (keine EMail!), versehen mit dem Stichwort `Schulen ans Netz´, an die Redaktionsanschrift.
Bundesinitiative
Parallel dazu sind bei der Initiative Schulen ans Netz, die vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie der Deutschen Telekom getragen und von diversen Sponsoren unterstützt wird, die Würfel gefallen: Über 3000 Schulen erhalten Fördermittel, um einen Zugang zum Internet zu realisieren. Die ausgewählten Schulen sind in zwei Gruppen unterteilt, die unterschiedlich stark gefördert werden. Beim Löwenanteil handelt es sich um sogenannte Einstiegsprojekte, die einen Multimedia-PC, ISDN-Anschluß samt Gebührenguthaben und eine Informations-CD erhalten. Besitzt eine Schule bereits den notwendigen PC, erhält sie statt dessen ein ISDN-Online-Paket, bestehend aus Adapter-Karte und Software.
Aus allen Anträgen wurde eine Anzahl besonders förderwürdiger Modellprojekte ausgesucht, an denen insgesamt 233 Schulen beteiligt sind. Diese Schulen genießen unter anderem eine besondere Behandlung durch einige Sponsoren. So erhalten sie von Novell ein Paket umsonst, das neben NetWare 4.1 (50 User) auch LANWorkGroup, NetWare Connect 2.0, Branch Link Router, WebServer, IP Gateway und ManageWise enthält. Diese `Novell Multimedia Schul CD´ entstand in Zusammenarbeit mit dem LAN-Labor der Uni Frankfurt und soll demnächst verfügbar sein. Zur Vermittlung der notwendigen Kenntnisse, um die vielen Bausteine zur Zusammenarbeit zu bewegen, die ein Novell-4.1-Server für den Internet-Zugang benötigt, bietet Novell für Lehrer zweiwöchige Grundlagen- und Installationsschulungen an. Pro Bundesland sollen so drei Experten ausgebildet werden. Schulen, die nicht an Modellprojekten beteiligt sind, zahlen für die Novell-CD 799 DM.
Microsoft bietet zu ähnlichen Konditionen Windows NT Server (25 User) an. Der dazugehörige WWW-Server ist frei verfügbar; für Backoffice müssen die Modellschulen nichts extra bezahlen. Microsoft plant zehn dreistündige Seminare, in denen je 250 Teilnehmern sicherlich keine tiefgehenden technischen Kenntnisse vermittelt werden können.
Neben T-Online, deren langsamer Internet-Zugang für Schulen kaum geeignet ist, unterstützen noch weitere Online-Dienste beziehungsweise Internet-Provider die Initiative und bieten den Projektschulen kostenlose Anschlüsse an, nämlich Bertelsmann/AOL, CompuServe und DFN/Winshuttle. (ad) (ad)