Schlanker, schneller, billiger

Wegen der schnell wechselnden Konfigurationen von PCs für Endkunden sind solche Geräte auf der CeBIT kaum präsent. Hier zeigen die Hersteller die länger laufenden Firmenrechner.

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Der Markt der Office-Computer ist nach wie vor etwa doppelt so groß wie der Privat-PC-Markt. Während man Endkunden meist nur kurzfristig verfügbare Systemkonfigurationen zu Kampfpreisen verkauft, legen Firmeneinkäufer Wert auf längerfristige Verfügbarkeit, stabile Systemkonfigurationen, Erweiterbarkeit und Support. Hier wechseln die Modelle daher nicht so schnell, die etablierten Hersteller garantieren für bestimmte Baureihen etwa BIOS-Support für fünf Jahre - also über den Abschreibungszeitraum hinaus. Das erfordert mehr Supportaufwand und sorgt für deutlich höhere Preise.

Für diese sind aber auch einige technische Details verantwortlich, die auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen. Ohne Werkzeug bedienbare und abschließbare Gehäuse mit schwenkbaren Laufwerkskäfigen, BIOS-Zusatzfunktionen für Mainboard- und PC-Überwachung über das Firmennetz und leise Lüfter und Netzteile, die den aktuellen Normen entsprechen, kosten eben etwas mehr.

Daher hat es auch AMD schwer, sich im ‘Corporate’-Markt zu etablieren: Der Preis des nackten Prozessors spielt keine große Rolle. Zudem sind hochintegrierte Mainboards mit Grafik und LAN für Athlon und Duron erst seit kurzem verfügbar. Auch der hohe Strombedarf und die damit einhergehende größere Abwärme der AMD-Produkte, die wiederum für mehr Aufwand und Lärm bei der Kühlung sorgen, sind gravierende Nachteile.

Ein für viele Firmenkunden wichtiger Service-Aspekt ist die verfügbare Unterstützung bei der Integration der PCs ins Firmennetz. Praktisch alle Office-PCs haben einen Netzwerkadapter, hinzu kommt neuerdings die drahtlose Vernetzung per IEEE-802.11- oder Bluetooth-Standard. Für Firmen hat das den Vorteil, ohne Patch- oder Verkabelungsaufwand Arbeitsgruppen schnell in andere Räume verlagern zu können.

Rechtzeitig zur CeBIT hat der größte deutsche Computerhersteller Fujitsu-Siemens sein Firmen-PC-Angebot überarbeitet (FSC, Halle 1, Stand 5e2). Die Scenic-Baureihe wurde entrümpelt, weniger Modelle sollen für mehr Übersicht in der Angebotspalette sorgen.

Besonders für Kleinfirmen sind die Scenic-T-Microtower gedacht, die es nur in festgelegten Werkskonfigurationen gibt. Vom Intel Celeron 766 MHz bis zum Gigahertz-Pentium-III reicht die CPU-Palette, auf den vier unterschiedlichen Mainboards sitzen Intels i810- oder i815-Chipsätze mit Onboard-Grafik oder der VIA Apollo Pro266. Als Grafikkarten kommen die ATI Xpert 98 Pro, Matrox G450 und zwei Modelle mit den Nvidia-Chips TNT2 M64 oder GeForce-2-MX zum Einsatz. Im Suspend-Modus verspricht FSC eine Stromaufnahme von unter 5 Watt.

Im Prinzip dieselbe Hardwareausstattung ist im kompakten Desktop-Gehäuse der Scenic-D-Modelle eingebaut. Zusätzlich kann man hier drei Optionspakete wählen: Die ‘Pro’-Ausführungen haben ein Gehäuseschloss, erkennen Gehäuseöffnungen und kommen mit der Ferndiagnose-Software DeskView. Noch mehr Sicherheit bietet das ‘Pro-Security’-Paket mit Chipkartenleser, der das Einschalten und - über Smarty-2-Zusatzsoftware - auch die Anmeldung an Windows NT und 2000 per Chipkarte erlaubt. Das ‘Pro-Manageability’-Paket bietet Thermal Management für leiseren Lüfterbetrieb und erweiterte Ferndiagnose.

Im Minitower-Gehäuse der Scenic-L-Serie ist mehr Platz für Erweiterungen und Laufwerke, ansonsten entspricht die Ausstattung den D-Modellen. Es kommen Boards mit fünf PCI-Steckplätzen zum Einsatz, eines davon ist mit dem i850-Chipsatz für Intel Pentium 4 bestückt.

Für beengte Arbeitsbedingungen wie in Großraumbüros eignen sich die nur 9,3 x 32,4 x 37,4 cm3 großen Scenic-S-Desktops besonders, die ausschließlich mit der Onboard-Grafik des i810E- beziehungsweise i815E-Chipsatzes lieferbar sind. Die Manageability- und Security-Funktionen der Scenic-D-Geschwister beherrschen sie aber auch.

Weitaus mehr Power versprechen die Workstations aus der Celsius-Baureihe, die FSC auf Wunsch mit High-End-3D-Grafikkarten ausstattet. Hier sind Dual-Pentium-III-Konfigurationen auf Basis der Rambus-tauglichen i820- und i840-Chipsätze erhältlich. Eine Besonderheit ist die Celsius ‘Mobile Workstation’ mit Pentium III 750 MHz und Hardware-OpenGL-Beschleunigung.

Die Konkurrenten von Fujitsu-Siemens im Firmenkundengeschäft sind natürlich ebenfalls auf der CeBIT vertreten. Compaq stellt neue iPaq-Modelle vor, die wie bisher in einer Legacy-Lite und einer Legacy-Free-Version mit sechs USB-Ports kommen (Halle 1, Stand 4h2). Neu an den ab 1400 DM erhältlichen Geräten ist die Bestückung mit einem 700-MHz-Celeron (bisher 500 MHz) oder 866-MHz-Pentium-III (bisher 733 MHz).

Hewlett-Packard (HP, Halle 1, Stand 7i2) setzt bei den Vectra- und Kayak-Baureihen hauptsächlich auf Rambus-Speicher. Lediglich beim VL400 lässt sich dank Intels i815-Chipsatz PC133-SDRAM einsetzen. Neu ist die aus dem HP e-PC entwickelte ‘Deep-Forrest’-Studie, ein nur 25,4 x 33 x 20,2 cm3 großer Pentium-4-Kompaktrechner mit Bluetooth-Anbindung ans Firmennetz. An Privatkunden richtet sich die HP-Pavilion-Baureihe, von der auch einige neue Geräte auf dem CeBIT-Stand zu finden sein sollten.

Bei IBM lösen die NetVista-Modelle die bekannte PL300-Serie ab (Halle 1, Stand 4G2/5D2). Wie bei IBM üblich, ist die Modellvielfalt erschlagend: Von den Grundmodellen A20, A40, A40p, A60, X40 und S40 gibt es jeweils Dutzende verschiedener Ausführungen mit unterschiedlichen Intel-Prozessoren. Als High-End-x86-Workstations gibt es IntelliStations, die mit Dual-Xeon-CPUs und Intense-3D-Wildcat-Grafikkarte schnell in Preisbereiche jenseits von 20 000 DM vorstoßen. Wesentlich preiswerter sind die Linux-basierten ultrakompakten Thin-Clients der NetVista-N2200-er-Serie oder die mit einem kleinen ‘i’ hinter der Typenbezeichnung gekennzeichneten Privatkunden-Versionen der NetVista-PCs.

Besonders kompakt sind auch die Toshiba-Business-Desktops der Equium-8000-Serie. Die Gehäuse lassen sich ohne Hilfsmittel wie eine Schublade öffnen (Halle 1, Stand 6h2, Halle 13, Stand D36).

Vobis präsentiert sich auf der CeBIT in Halle 13, Stand C70, ebenfalls als Partner für Firmenkunden. Die bei den Firmen-PCs von Compaq, FSC, HP und IBM gebotenen Integrations- und Management-Tools fehlen hier jedoch, dafür sind die Preise deutlich günstiger. In diese Kerbe schlägt auch Dell mit teilweise deutlichen Rabatten, doch wird davon auf der CeBIT nichts zu sehen sein: Genau wie Gateway 2000 und Maxdata geht Dell in Hannover nicht an den Start. (ciw) (ciw)