Funk-LAN auf dem Vormarsch

Die Vernetzung per Funk stößt auf immer regeres Interesse. Kabellose LANs finden sich inzwischen bei Firmen mit hoher Notebook-Dichte und im heimischen Netzwerk. Nun wollen auch alle rheinland-pfälzischen Universitäten kabellose Netzwerkzugänge anbieten.

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Die Wireless-LAN-Technik (WLAN) nach IEEE802.11b setzt sich immer mehr durch. Andere Systeme, wie das mehr für Privatanwender konzipierte HomeRF geraten dagegen ins Hintertreffen. So setzt auch das Aachener Unternehmen Elsa weiterhin auf WLAN: Auf der CeBIT will es einen Funk-Adapter präsentieren, der per USB-Schnittstelle mit einem PC verbunden von Plug&Play-fähigen Windows-Systemen automatisch erkannt wird. Zwei Airlancer USB-11-Adapter sollen bei einer Distanz von bis zu 30 Metern in Gebäuden Daten mit der für WLAN üblichen maximalen Rate von 11 MBit/s übertragen. Bei 1 MBit/s will Elsa 50 Meter, im Freien gar 400 Meter überbrücken. Die WLAN-Adapter verstehen sich auch mit den hauseigenen Access-Points der Lancom-Serie. Nach der CeBIT sollen die Airlancer in zwei Versionen auf den Markt kommen: mit einem 40-Bit-Schlüssel nach der WEP-Spezifikation (Wired Equivalent Privacy) für 500 Mark und mit 104-Bit-Kodierung für 550 Mark.

Die Zukunft des Konkurrenzsystems HomeRF erscheint dagegen unsicher: Obwohl groĂź angekĂĽndigt, will Intel seine HomeRF-Netzwerkserie AnyPoint hierzulande nun doch nicht verkaufen. Der Unternehmens-Sprecher Christian Anderka meinte dazu, Intel wolle sich im hiesigen Raum lieber auf die WLAN-Serie 2011 konzentrieren, da sie mit einer maximalen Ăśbertragungsrate von 11 MBit/s bessere Verkaufschancen habe. Die AnyPoint USB-Adapter und PC-Cards arbeiten mit der HomeRF-Version 1.2, die nur 1,6 MBit/s bietet.

Derweil beabsichtigt Proxim, auf der CeBIT erstmals Geräte nach der neuen HomeRF-Spezifikation 2.0 vorzuführen. Diese soll mit einer maximalen Übertragungsrate von immerhin 10 MBit/s aufwarten. Neben dem Datentransport sollen bis zu acht Kanäle für Sprache zur Verfügung stehen. Damit ließe sich eine Funk-TK-Anlage aufbauen, passende Telefone vorausgesetzt.

Mobilcom testet derweil schon neue Anwendungen des Wireless-LAN. Auf der CeBIT will der Provider die Messehalle 25 per WLAN mit einem drahtlosen Internetzugang versorgen, den zwölf in der Halle verteilte Aironet-Access-Points von Cisco bereitstellen. Für den Schutz vor Netz-Lauschern soll ein WEP104-Schlüssel sorgen, der automatisch zugeteilt wird. Messebesucher können am Stand des Providers WLAN-PC-Cards, aber auch Compaq-Notebooks oder PDAs stundenweise ausleihen. Nach Rückgabe ist das Ausfüllen eines Fragebogens fällig. Mit den gesammelten Erfahrungsdaten will Mobilcom spätere Projekte, wie die Versorgung von Flughäfen und Messezentren mit WLAN-gestütztem Internetzugang vorbereiten.

An Universitäten gibt es solche Überlegungen schon länger. Modellprojekte des Bundesbildungsministeriums laufen etwa in Kaiserslautern, Mainz und Koblenz-Landau. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung plant, noch in diesem Jahr an allen Hochschulen des Landes Netzzugang über WLAN anzubieten. Jürgen Zöllner, Bildungsminister in Rheinland-Pfalz, machte dafür rund 2,3 Millionen Mark bei der Landesregierung locker. Zöllner betonte, damit sei Rheinland-Pfalz das erste Bundesland mit WLAN-Versorgung an allen seinen Hochschulen. Wegen eines günstigen Studententarifs für Notebooks und WLAN-Karten werde mit drei Notebook-Herstellern verhandelt.

Wie Prozessoren sollen auch WLANs immer höheren Durchsatz schaffen. In den verantwortlichen Gremien wird über die nächste Stufe der WLAN-Entwicklung nachgedacht. Hier gibt es zwei Richtungen: Zum einen stehen Lösungen wie IEEE 802.11a und HiperLAN 2 zur Diskussion. Auf dem 5-GHz-Band sollen Funk-LANs nach diesen Standards bis zu 54 MBit/s übertragen. Zum anderen ist ein neues Modulationsverfahren (OFDM) für den 802.11b-Standard im Gespräch, der dadurch beim Datentransfer mal eben doppelt so schnell würde. (ea)

Elsa: Halle 9, Stand B64
Proxim: Halle 11, Stand C40 - Standplätze A01 und A08
Intel: Halle 11, Stand B48
Mobilcom: Halle 25, Stand A36, B36
Cisco: Halle 11, Stand E54
Compaq: Halle 1, Stand 4h 2
(dz)