Fotofestival WunderWelten: Von der Wüste in den Vorgarten

Mit "Erde extrem", "Planet Wüste" oder "Wildnis vor der Haustüre" bietet das Fotofestival WunderWelten ein breites Spektrum an Vorträgen. Die Veranstalter wollen aber nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern auch etwas für Natur- und Menschenschutz tun.

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Von
  • Dr. Thomas Hafen

Vom 6. bis 8. November 2015 bringt das Fotofestival WunderWelten im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen am Bodensee wieder Fotografie und Naturschutz zusammen. WunderWelten will mehr sein als nur eine beliebige Bilderschau. Festivalleiter Immanuel Schulz hat deshalb bei der Auswahl der Fotografen besonders darauf geachtet, dass in deren Projekten und Vorträgen Naturschutzaspekte, aber auch der Schutz indigener Kulturen im Vordergrund stehen. Dafür arbeiteten die Festivalorganisatoren unter anderem mit der International League of Conservation Photographers (ILCP) zusammen. Zu den Mitgliedern gehören bekannte Naturfotografen wie Jim Brandenburg, Frans Lanting und Arte Wolfe. Auch die deutsche Naturfotografenelite ist mit Theo Allofs, Klaus Nigge und Norbert Rosing vertreten.

Foto-Festival WunderWelten (7 Bilder)

Extreme Touren extremer Kletterer zeigt Thomas Huber in "Sehnsucht Torre". (Bild: Thomas Huber)

Für jedes Festival werden bestimmte Projekte verschiedener Organisationen ausgesucht und gezielt unterstützt. Sie erhalten einen Teil der Eintrittsgelder und werden an einem Stand sowie durch einen projektnahen Vortrag vorgestellt. In diesem Jahr unterstützt WunderWelten unter anderem den Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreis (DKEV) sowie das Projekt Kinderregenwald.

Das Festivalprogramm präsentiert insgesamt acht Lichtbildvorträge auf einer zwölf mal acht Meter messenden Großleinwand. Es beginnt am Freitagabend mit der "Soirée Chocolat" von Jürgen Bluhm. Der Düsseldorfer nimmt in seinem Bühnenprogramm die Zuschauer mit auf eine Reise nach Mittelamerika in die Heimat des Kakaostrauchs. Neben Bildern sowie Audio- und Videosequenzen dürfen die Besucher Kakao und Schokolade der Manufaktur Confiserie Coppeneur probieren. Ein Euro des Eintrittspreises geht an die Schülerinitiative SCHOKOFAIR (Partner Fair Travel e.V.), die sich gegen die Kinderarbeit bei der Kakao-Ernte engagiert.

Am Samstag zeigt Klaus Echle, Förster und Europäischer Naturfotograf des Jahres 2014, die "Wildnis vor der Haustür“. Extremfotograf Carsten Peter hält es dagegen nicht zu Hause. Er steigt in Höhlen, jagt Tornados und klettert an den Kraterrand Lava spuckender Vulkane. Das fotografische Ergebnis dieser Touren zeigt er in seinem Vortrag "Erde extrem". Der Wüstenexperte Michael Martin beleuchtet im Vortrag "Planet Erde" das Phänomen Wüste aus allen erdenklichen Blickwinkeln, und stellt die Trockenwüsten unseres Planeten den Kälte- und Eiswüsten der Arktis und Antarktis gegenüber.

Der Sonntagmorgen beginnt mit dem Vortrag "Das Erbe Tibets" von Dieter Glogowski. Der Fotograf zeigt nicht nur die beeindruckenden Landschaften der Himalaja-Region, sondern auch die Menschen, die dort unter harten Bedingungen leben. Bernd Römmelt beschränkt sich in "Sagenhafte Alpen" nicht auf schöne Bergbilder, sondern taucht auch in die alten Bräuche der verschiedenen Alpenregionen ein. Extremkletterer Thomas Huber von den "Huberbuam" berichtet in seinem Vortrag "Sehnsucht Torre" von Expeditionen, die er alleine, mit Freunden und natürlich seinem Bruder Alexander unternommen hat. Beendet wird das Festival mit einem Vortrag von Holger Fritzsche, der von seinen Reisen nach Russland erzählt.

Neben dem Vortragsprogramm bietet WunderWelten von Freitag bis Sonntag Seminare und Workshops zu Themen wie Nachtfotografie, Blitzfotografie, Reisefotografie oder auch digitale Präsentation. Eine Exkursion ins Naturschutzgebiet Eriskircher Ried sowie zwei Führungen für Kinder stehen ebenfalls auf dem Programm. Auf einer kleinen Fotomesse können sich Besucher über aktuelle Trends der Fotografie informieren. Anwesend sind Hersteller wie Nikon oder Berlebach, aber auch Druckdienstleister, Verlage und Händler sind Vorort. Die Fotomesse hat am Samstag von 13 Uhr bis 20 Uhr und am Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei

Zu sehen sind auch die Gewinnerbilder des Wettbewerbs zum 10-jährigen Jubiläum des Festivals. Fotografien über die letzten indigenen Völker Namibias, Werke des Fotokünstlers Ulrich Haas sowie 3D-Foto- und Videoinstallationen von Martin Kohler sind ebenfalls in kostenfrei zugänglichen Ausstellungen zu sehen.

Das komplette Programm findet sich auf der Webseite des Veranstalters unter www.wunderwelten-festival.com. Ticketpreise für Erwachsene beginnen bei 9 Euro, die Tageskarte ist im Vorverkauf für 25 bis 43 Euro zu haben. Der Festivalpass kostet zwischen 59 und 99 Euro. (ssi)